#bloggersforfuture – Solidarität mit den Schulstreiks!

Auch, wenn ich in letzter Zeit wenig zum Thema Klimachaos geschrieben habe, weil mein neuer Job mich ziemlich in Anspruch nimmt, haben meine Aktivitäten rund um den Hambacher Wald, die Dörfer und die Aachener Klimaschutzbewegung nicht nachgelassen. Jede*r, die oder der mein Blog schon länger verfolgt, kann sich ohne große Anstrengung denken, dass ich die Fridays for Future Schulstreiks aus tiefstem Herzen unterstütze. Natürlich habe ich als Akademikerin auch den Appell der Scientists for Future unterschrieben. Nun bei den Bloggers for Future mitzumachen, ist für mich eine Selbstverständlichkeit.

In der Aachener Suportgruppe für den Hambacher Wald arbeiten mehrere Schüler*innen und Studierende mit, die zu den Initiator*innen der Aachener Fridays for Future Proteste gehören. Und auch einige engagierte Eltern und Großeltern aus der Gruppe sind schon seit dem vergangenen Herbst fast jeden Freitag unterstützend dabei. Ich selbst habe keine Kinder – nicht zuletzt, weil ich es für unzumutbar halte, einem Menschen abzuverlangen, optimistisch und positiv in diese völlig vergeigte Welt zu starten. Aber die jungen Menschen, die nuneinmal da sind und irgendwie mit den Hinterlassenschaften der vorherigen Generationen klarkommen müssen, haben meinen höchsten Respekt und meinen vollen Rückhalt.

Greta Thunberg, die Initiatorin der inzwischen weltweiten Schulstreiks, hat Recht: Wir müssten eigentlich längst alle in Panik geraten – wir dürften über nichts Anderes mehr sprechen und keine anderen Ziele mehr haben, als den Klimawandel zu bremsen und irgendwie noch zu retten, was zu retten ist. Ja,, unser Haus brennt – unser großes, planetenförmiges Haus, das die Lebensgrundlage nicht nur für alle Menschen sondern für alles Leben ist. Durch unseren eigenen Egoismus und die Untätigkeit der Politik, die schon seit 1981, also so lange ich auf der Welt bin, handfeste Beweise für den Klimawandel ignoriert, fahren wir Menschen die ganze Welt vor die Wand und reißen alle anderen Lebewesen mittelfristig mit ins Verderben.

Was maßen wir uns an? Wie können wir so rücksichtslos sein? Nur, weil es uns selbst ganz individuell vielleicht nicht mehr betreffen wird, weil wir vorher sterben, ist das Weltuntergangsszenario noch lange nicht gleichgültig. Die unmittelbar nach uns folgenden Generationen werden es schon schmerzhaft zu spüren bekommen und in anderen Teilen der Welt baden die Menschen im wahrsten Sinne des Wortes jetzt schon aus, was die Industrienationen ihnen eingebrockt haben. Selbst hier, im klimatisch so moderaten Mitteleuropa, sind Extremwetterereignisse längst unübersehbar und müssten der breiten Masse die augen öffnen. Aber leider ist die Breite Masse noch immer viel zu sehr mit sich selbst und ihrem kapitalistischen Wachstumswahn beschäftigt, als dass sie ernsthaft ihren Lebenswandel hinterfragen würde.

Wenn ich zur Zeit mit dem GIPS-Projekt in Schulen gehe, um den Kindern mit unserem Selbsterfahrungsparkur und den Gesprächsrunden etwas über Behinderung beizubringen, trage ich nicht einfach nur eine GIPS-Kappe. Ich habe meine Kappe mit verschiedenen „Fridays for Future“ und „Ja zum Streik“-Buttons verziert, um ganz dezent in der Kürze der Zeit klar zu machen, wo ich stehe. In manchen Schulen ecke ich damit im Kollegium sicherlich an, aber bisher hat niemand etwas dazu gesagt.

Dennoch empfinde ich es als großes Dilemma, ausgerechnet Freitags Vormittags mit Schulklassen zu arbeiten. Ich würde die Kinder am liebsten wegschicken und explizit zum Streik auffordern, aber andererseits ist GIPS auch ein unglaublich wichtiges und für die Schüler*innen einmaliges Erlebnis. Ich habe schon so viele Kinder erlebt, die durch GIPS ein ganz neues Bild von Behinderung und behinderten Menschen verinnerlicht haben, Berührungsängste und Unsicherheiten vergessen und vollständig umdenken. Wenn wir in unserer hoffentlich irgendwann geretteten Welt funktionierende Inklusion haben wollen, ist GIPS, das Gehandicapped Informationsprojekt Schule aus den Niederlanden, genauso wichtig und weltverändernd wie der Schulstreik und jeglicher Klimaprotest.

Ich hoffe sehr, dass mich niemand wegen meiner Entscheidung, die Freitage mit GIPS trotzdem durchzuziehen, als Klimaschützerin disqualifiziert sieht. Und genauso hoffe ich jedes Mal, wenn ich mit GIPS unterwegs bin, dass die Kinder am jeweils auf die zwei GIPS-Freitage folgenden Freitag nicht mehr in ihre Schulen sondern zu den FFF-Demos gehen – was ich ihnen natürlich auch sage. Insofern trage ich vielleicht sogar ein Stückchen zur Mobilisierung bei – so auch wieder am morgigen Freitag, an dem es in Aachen eh keine Demo gibt, und auf den ich mich schon freue.

Danke an Alex von LiveLifeGreen für diese schöne Anregung!

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