FoundCAT – Sprachen lernen im digitalen Dialog

Manchmal verändert ein kleines Tierchen das ganze Leben. Mit ihrem Projekt FoundCAT hat die FH Aachen University of Applied Sciences eine solche, ganz besondere Katze entdeckt. CAT steht für Computer-aided Translation. FoundCAT will durch die Nutzung computerunterstützter Übersetzungswerkzeuge (CAT-Tools) Studierenden, die eine Fremdsprache lernen, bei der Verbesserung ihres schriftlichen Ausdrucks helfen.

Das FoundCAT-Team verfügt über eine breite Datenbasis, viel Erfahrung in der Lehre und dem Übersetzungsbusiness. FoundCAT erhielt Mittel aus den Fellowships für Innovationen in der digitalen Hochschullehre des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW und des Stifterverbandes.

Um die Strukturen der gelernten Sprache zu verdeutlichen, greift FoundCAT auf maschinelle Übersetzung zurück. Nachdem Lernende ein Segment übersetzt haben, können sie ihr Ergebnis mit der maschinellen Übersetzung vergleichen und andere Lernende können Änderungen daran vornehmen. Zusätzlich können sie sich gegenseitig Feedback geben, indem sie Kommentare und Links posten.
Die Lernenden erhalten von der Software hilfreiche Rückmeldungen, indem Fehler hervorgehoben und die Art der Fehler identifiziert werden. Dieser iterative Prozess hilft ihnen dabei, ihre schriftliche Ausdrucksfähigkeit zu verbessern, da sie nicht nur korrigiert und ihre übersetzten Segmente verbessert werden. FoundCAT ist vielmehr in der Lage, die Lernenden mit Links zu Lektionen zu versorgen, die ganz individuell auf ihre jeweiligen Fehler und Lernbedarfe zugeschnitten sind.

Aber nicht nur Sprachlernende profitieren von FoundCAT. User können Texte hochladen, die beispielsweise für ihr Studium von Interesse sind, und diese durch die Crowd übersetzen lassen. „Hier an der FH Aachen werden wir regelmäßig von der Pressestelle und diversen Fakultäten mit Pressemitteilungen zu interessanten Projekten und Veranstaltungen versorgt. Indem wir diese übersetzen, sind wir besser über aktuelle Ereignisse informiert und können die Pressestelle im Gegenzug direkt durch unsere Übersetzungen der Originaltexte unterstützen“, erklärt Gary Evans, Projektmanager und Initiator von FoundCAT. „Wir streben keine perfekten, termingerechten Übersetzungen an sondern wollen den Prozess analysieren und den Usern helfen, daraus zu lernen“.

Sobald im nächsten Schritt ein LTI (Learning Tools Interoperability) Interface eingebunden ist, können Studierende aller Hochschulen und Universitäten weltweit ohne Registrierung direkt auf FoundCAT zugreifen. Das Werkzeug kann dann in jede beliebige E-Learning-Plattform eingebaut werden, egal, welches LMS (Learning Management System) wie z.B. ILIAS oder Moodle die jeweilige Hochschule verwendet.

Der Einsatz der Software in der Lehre liegt auf der Hand, jedoch gibt es auch viel weitergehende Zukunftsperspektiven. „Das langfristige Ziel ist, FoundCAT für alle Menschen verfügbar zu machen, so dass User voneinander lernen können, während sie Creative Commons Inhalte wie z.B. Wikipedia-Artikel übersetzen“, erklärt Evans. Auch Flüchtlinge könnten durch FoundCAT beim Lernen von Deutsch als Fremdsprache unterstützt werden, indem sie beispielsweise aus dem Arabischen ins Deutsche übersetzen. Jede Sprachkombination ist möglich.

Die Registrierung ist nun offen und Interessierte können sich hier einen Account erstellen. FoundCAT ist unter der GNU General Public License GPLv3 lizensiert. Dementsprechend kann jede(r) Interessierte auf Nachfrage den Sourcecode einsehen und daran mitarbeiten.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an den Projektmanager Gary Evans:
E-Mail: team.foundcat@fh-aachen.de

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