Erwischt…

…hat Covid mich jetzt wohl trotz aller Vorsicht. Kein Wunder, wenn niemand mehr aufpasst und Tests erst Tage nach dem Einsetzen von Symptomen anschlagen, so dass die Leute vorher lustig superspreadend durch die Gegend laufen. Auch mein Test von heute früh war noch negativ, aber ich fühle mich für meine Verhältnisse überdurchschnittlich abgeschlagen, habe einen kratzigen Hals, eine Schniefnase und huste und niese mehr als die reine Paranoia erklären würde. Alles nicht wild, aber ich bin ja auch viermal geimpft.

Meine Infektionskette kann ich sehr genau nachvollziehen, daher bin ich mir trotz des negativen Tests ziemlich sicher, dass SARS CoV-2 mir gerade einen Besuch abstattet. Letzten Freitag war der Engländer bei einer Veranstaltung. Am Sonntag mailte eine Teilnehmerin in die Runde, dass sie sich gerade positiv auf Covid getestet habe. Am Montag bekam der Engländer Kopfschmerzen, ein Selbsttest war aber negativ und er begleitete mich zu einem Meeting. Am Dienstag fühlte er sich krank und bekam Erkältungssymptome, am Mittwoch war ein Selbsttest positiv. Wenn er mich am Montag angesteckt hat, ist das Einsetzen von Symptomen bei mir gestern Abend oder heute, am Donnerstag, ziemlich klassisch in der Zeit. Morgen müsste dann auch bei mir ein Selbsttest anschlagen.

Wir werden also morgen Vormittag die für Leute mit positivem Selbsttest und Symptomen offene Testsprechstunde meiner Hausärztin aufsuchen und damit dann auch offiziell in die Statistik eingehen – das finde ich irgendwie relevant und war schockiert, als ich kürzlich las, dass manche Ärzt*innen und Testzentren auch Menschen mit Symptomen einen PCR-Test verweigern, weil das ja heute nicht mehr sein müsse. In der Zeitung stand, dass beim Abwassermonitoring herauskam, dass u.a. in der Städteregion Aachen die Viruslast in den Kläranlagen massiv ansteigt. Auch die 7-Tage-Inzidenz klettert wieder langsam, ist allerdings mit knapp 350 noch moderat. Wir haben hier schon seit Wochen deutlich höhere Werte als gesamt NRW (immer so um die 250 ), das wiederum höhere Werte hat als die Bundesrepublik insgesamt (mehrere Tage konstant unter 200). Aber, wie gesagt, Dunkelziffer und so.

Mensch darf also gespannt bleiben, aber was soll ich sonst haben, wenn kein Covid? Diesen Punkt auf der von mir eigentlich nicht geführten Bucketlist kann ich wohl morgen definitiv abhaken. Meine größte Sorge momentan ist, dass ich gestern meine Mutter angesteckt haben könnte, die ich leichtfertigerweise maskenlos getroffen habe. Am Dienstag war ich noch alarmierter, so dass ich konsequent meine Maske anbehielt, als ich mit meinem Vater unterwegs war. Keine Ahnung, was mich am Mittwoch geritten hat, denn dass da etwas sein könnte, wusste ich seit besagter e-Mail vom Sonntag. Sorgen mache ich mir außerdem, wie ich Arzu vor einer unwahrscheinlichen aber doch möglichen Ansteckung schützen kan. Meine Joghurtbecher und Teller leckt sie in nächster Zeit jedenfalls nicht aus und den letzten Bissen von Broten und Ähnlichem gebe ich ihr auch erst wieder, wenn ich freigetestet bin.

PS: Ihr dürft mich Alle auslachen, wenn der PCR-Test morgen negativ ist. Meiner Paranoia traue ich Einiges zu.

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17 Gedanken zu “Erwischt…

    1. kommunikatz sagt:

      Vielen Dank! Wenn die Story mit dem Engländer nicht wäre, würde ich auch mit allem MÖglichen rechnen, weil gerade echt alle Atemwegserkrankungen gleichzeitig grassieren. Aber es ergibt zu viel Sinn, der zeitliche Ablauf passt und etwas anders als der Standardschnupfen fühlt es sich tatsächlich auch an. So platt wie gerade bin ich bei eigentlich so wenig Symptomen normalerweise nie. Aber morgen oder nächste Woche weiß ich es genauer, je nach dem, wie lange so eine PCR-Auswertung inzwischen dauert…
      liebe Grüße zurück, bleibt gesund!
      Lea

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  1. puzzleblume sagt:

    Ich würde dich nicht auslachen, aber morgestern ich sehr freuen, wenn du diesbezüglich unbesorgt lachen könntest. Bis dahin wünsche ich dir gute Besserung, egal wegen welchem Virus.
    Ich war seit vorgesternhson Abend und gestern tagsüber nach einer Grippeimpfung ziemlich matschig, und in Erinnerung an eine schwere Grippe vor einigen Jahren empfand ich es als beruhigend. Insofern drücke ich dir die Daumen, dass selbst im testpositiven Fall deine Infektion dich nicht zu sehr beutelt. Deine Sorge bezüglich Arzu verstehe ich, gerade man vieles im Zusammensein mit dem einzigen und wichtigsten Mitbewohner überhaupt nicht vermeiden kann. Kannst du dich eventuell mit deinem Tierarzt irgendwie verständigen, wie du ihm im Infektionsfall helfen kannst?

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      1. kommunikatz sagt:

        Aber „morgestern“ ist eine sehr hübsche Mischung aus „morgen“ und „gestern“ 🙂 Was auch immer das dann heißt – „heute“ vielleicht 😉
        Danke Dir, ich bin eigentlich nur gespannt auf das Testergebnis und den weiteren Fortgang meiner Symptome. Irgendwie ist diese hands-on-Erfahrung jetzt auch spannend. Dass es Jede*n irgendwann ereilt, ist ja fast klar, und dann finde ich den Zeitpunkt gerade, ziemlich genau einen Monat nach der vierten Impfdosis, eigentlich ziemlich perfekt. Also, wird schon nicht so schlimm werden, hoffe ich…
        Beim Tierarzt hätte ich eigentlich heute einen Termin gehabt. Da er zu Corona irgendwie eine komische Einstellung zu haben scheint, recherchiere ich dazu lieber selbst bzw. verlasse mich auf meine eigene Logik, die halt besagt, Abstand halten, nicht anhusten oder anschniefen, keine angegessenen Dinge weitergeben. Hunde stecken sich wohl nur sehr selten an, da hoffe ich einfach, dass diese normale Vorsicht ausreicht.
        liebe Grüße und bleibt auch Ihr gesund!
        Lea

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      2. kommunikatz sagt:

        Das ist das Gemeine: Je enger das Zusammenleben mit einem Lebewesen ist, umso mehr Sorgen macht mensch sich dann eben auch um dieses Lebewesen, wenn die Nähe zur Infektionsgefahr wird.

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  2. kommunikatz sagt:

    Ok, Frontberichterstattung: Was ich oben nicht erwähnt habe, ist die genaue Beschaffenheit meiner Abgeschlagenheit. Dazu gehört nämlich auch ein steifer Nacken und das erhitzte Gefühl im Gesicht, das ich sonst nur von Fieber kenne. Da natürlich immer dann, wenn mensch es mal braucht, die Batterie des Fieberthermometers leer ist, kann ich es gerade nicht verifizieren, aber trotz relativ kalter Hände fühlt sich meine Stirn nicht sonderlich warm an und ich glaube nicht, dass ich Fieber habe.

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    1. kommunikatz sagt:

      Heute morgen fühlte ich mich erstaunlich gut und bekam Zweifel, ob ich mich wirklich PCR-testen lassen muss, zumal ein weiterer Selbsttest wieder negativ war. Aber nach einer Weile war bis auf die laufende Nase wieder alles wie gestern. Ich kann frei atmen, das ist gut, aber mein Hals fühlt sich ziemlich gereizt an und matschig im Kopf bin ich auch. Also holte der Engländer, dem es schon besser geht, mich ab und wir fuhren zusammen zur Ärztin. Voll war es nicht, aber inkl. uns waren doch so sechs oder sieben Leute da, die überwiegend stärkere Symptome zu haben schienen als wir. Ich kam mir wieder leicht hypochondrisch vor, aber grundlos war mein Ansinnen ja nicht und natürlich haben wir es durchgezogen. Das Ergebnis kommt morgen aufs Handy, hoffentlich so, dass ich es auch lesen kann. Es nervt schon genug, dass die Selbsttests nur mit sehender Assistenz machbar sind. Achja, Fieber hatte ich vorhin übrigens nicht, allerdings habe ich auch gerade nicht dieses erhitzte Gefühl.

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  3. kommunikatz sagt:

    So. Echt jetzt, Ihr dürft lachen und ich fühle mich ein bisschen von meinem eigenen Körper verarscht. Das PCR-Testergebniss kam schneller, als angekündigt, und es ist negativ. Wenn ich mir mit Dingen zu sicher bin, liege ich häufig falsch. Inzwischen hätte ich einen positiven Test ja fast spannender gefunden. Aber besser so, ich will kein Risiko von Langzeitfolgen, nachdem ich manchmal mitkriege, wie krass Long Covid Leute beeinträchtigt. Ob meine Symptome der letzten Tage eingebildet oder Auswirkung eines der tausend anderen grassierenden Infekte waren, werde ich wohl nicht herausfinden, aber ich bin mir recht sicher, dass sie jetzt schlagartig verschwinden. Wie gesagt, meiner Paranoia traue ich Einiges zu…

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  4. Tanja sagt:

    Das freut mich für dich, liebe Lea. Die möglichen Langzeitfolgen und die Angst davor, lassen einen auf jedes kleinste Details und jede kleinste Unpässlichkeit achten.

    Wie geht es dir denn heute?

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    1. kommunikatz sagt:

      Hi Tanja,
      ja, wenn der Verdacht einmal da ist und alles Sinn ergibt, beobachtet mensch sich selbst umso genauer und überinterpretiert dann offensichtlich Manches. Mir gehts gut, das musste mir nur jemand offiziell bestätigen 😉
      liebe Grüße
      Lea

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