Der plüschige Rentner*innen-Club

LeaundDogs
Ich sitze auf einer Wiese in der Sonne, links im Bild sitzt Akiro und guckt nach links aus dem Bild heraus, rechts steht Arzu und schnüffelt an meiner Gürteltasche mit Leckerchen. Mein Gesicht ist Arzu zugewandt.

In der letzten Zeit war so viel los an den verschiedenen Themenfronten meines Blogs, dass ich zwei ganz wesentliche Ereignisse erst mit Verspätung würdigen kann. Dabei plane ich das schon seit Ende Juli, da sich beide Ereignisse bereits im zuendegehenden August zugetragen haben, genauer gesagt am 1. und 27. des Monats. Die Rede ist von zwei mehr oder weniger runden Geburtstagen – beide Geburtstagskinder sind schon im Rentenalter, beide haben Fell und jeweils vier Beine.

Labrador-Retrieverin Arzu hat am 01.08.2022 ihr zehntes Lebensjahr vollendet und ist somit, wenn mensch die zweifelhafte Gleichung „ein Hundejahr entspricht sieben Menschenjahren“ zugrundelegt, eine rüstige, ältere Dame von 70 Jahren. Schäferhund-Neufundländer-Mix Akiro, der am 27.08.2022 Geburtstag hatte, wäre demzufolge bereits 105, denn er ist jetzt stolze 15 Jahre alt. Bei einem Hund seiner Größe (er wiegt ungefähr 35kg) hat das schon Methusalemzüge. Vor dem Hintergrund, dass wir ihn vor knapp einem Jahr schoneinmal beinahe abgeschrieben hatten, ist es umso beachtlicher.

Seine Knubbel sind seitdem, wie prognostiziert, nur kaum merklich weiter gewachsen. Er ist langsam und manchmal etwas wackelig, aber ansonsten noch immer der alte Krawallo, der jeden Grashalm markieren und jedem anderen Rüden erzählen muss, dass er der Tollste ist. Unsere Spaziergänge haben wir seiner nachlassenden Kondition angepasst, d.h. ganz große Runden laufen wir nicht mehr und meist gibt es zwischendurch eine ausgiebige Pause und einen Napf mit Wasser. Das weiß auch Jungspund-Oma Arzu sehr zu schätzen, die die Pausen nicht nur zum Wasserschlabbern sondern auch zum Erkunden der jeweiligen Umgebung nutzt. So kommt sie, die auch mit deutlich längeren Spaziergängen noch gut zurechtkäme, trotzdem auf ihre Kosten – wobei das natürlich eigentlich nur dann vollständig der Fall ist, wenn wir dem Quellnumpf ein Bad im Johannisbach ermöglichen können.

Arzu ist nach wie vor in Altersteilzeit, führt mich also einmal pro Woche zur Physiotherapie und ab und zu zum Welthaus oder von dort nach Hause. In der letzten Zeit mit mehreren Hitzewellen habe ich sie allerdings sehr geschont, weil sowohl ihr als auch mir die Hitze merklich zugesetzt hat. Wir alle freuen uns sehr auf den bevorstehenden Herbst mit seinen kühleren Temperaturen, auch wenn die dann folgende Heizperiode an Bedrohlichkeit immer mehr zulegt.

Die zwei Plüschigen sind wirklich erstaunlich. Akiros Zähigkeit ist beeindruckend und Arzu, die zwar mittlerweile auch einen Knubbel und ein graues Schnäuzchen hat, wird manchmal noch immer für einen Junghund gehalten. Hoffentlich hält sie mindestens so lange durch wie Akiro. Er hat den Vorteil, ein Mischling zu sein, aber sie ist mit Abstand der gesündeste und fitteste reinrassige Hund, den ich kenne.

PS: Genau zwischen den Geburtstagen der Hunde lag am 13.08.2022 auch noch ein menschlicher quasi-runder Geburtstag. Mein Vater wurde 75, was er jedoch in guter Tradition nicht wirklich gefeiert hat. An seinem Geburtstag war er nichteinmal zu Hause sondern verbrachte den Tag auf der Autobahn auf der Rückfahrt von einer Jugendfreizeit, die er in seinem nicht mehr ganz jugendlichen Alter noch immer organisiert und betreut – Segeln mit sehbehinderten und blinden Jugendlichen am Bodensee. Er ist mindestens so zäh und erstaunlich wie der plüschige Rentner*innen-Club. Niemand muss sich ernsthaft fragen, woher ich meinen Hang zur Aufopferung für Andere neben den hier beschriebenen Gründen habe 😉

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11 Gedanken zu “Der plüschige Rentner*innen-Club

  1. Tanja sagt:

    Es freut mich sehr, dass Akiro noch einigermaßen gut auf den Beinen ist und ich ihn hoffentlich nochmal sehe, wenn ich nach Aachen komme irgendwann. Ich schiebe es immer vor mir her, weil mir im Moment alles zu viel und zu anstrengend ist. Auch der Sommer macht mir sehr zu schaffen, sobald ich meine angenehm kühle Wohnung verlasse. Mein Bonnie war bis zu seinem Ende, zwei Monate nach seinem 15. Geburtstag, ein schlimmer Radaubruder. In seinem letzten Sommer ist er mehrfach auf der Straße zusammengebrochen und musste nach Hause getragen werden, weil er sich beim anpöbeln anderer Rüden so sehr verausgabt hat. Sogar bei seinem letzten Gang zum Tierarzt im darauf folgenden November, ist er vor der Praxis noch auf einen anderen Rüden losgegangen.

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    1. kommunikatz sagt:

      Ohje, nee, ganz so krawallig ist Akiro zum Glück nicht mehr, er wird merklich ruhiger und entspannter. Aber ihn zu tragen, wäre auch schwierig, zumal er getragen werden absolut nicht leiden kann. Ist fast so schlimm wie kämmen 😉

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