Du kriegst die Motten…

Kürzlich lernte ich per Zufall in einer alten Podcastfolge, woher dieser Ausspruch kommt. Die Motten kriegen bedeutet ja so viel wie durchdrehen, aber der Ursprung der Redensart ist wohl, dass die Lungen an Tuberkulose erkrankter und verstorbener Menschen aussehen, als wären sie von Motten zerfressen. Ganz so eklig ist das Thema meines heutigen Beitrags nicht, aber dem Durchdrehen fühle ich mich manchmal dennoch recht nah.

Es geht um Lebensmittelmotten. Diese Biesterchen mögen alle trockenen Nahrungsmittel, die auch wir Menschen schätzen. Egal, ob Mehl, Getreide, Kerne, Nüsse, Trockenobst oder Nudeln, Kekse, Knäckebrot, Tee oder Gewürze, die Viecher sind nicht wählerisch und legen ihre Eier gern direkt in alles hinein, wovon ihr Nachwuchs dann leben und worin er seine Gespinstfäden weben kann. Ich habe schon seit Jahren immer mal wieder einzelne Exemplare im Haus, die ich auch schon mehrfach mit Schlupfwespen bekämpft habe. Diese Miniwespen legen ihre Eier in die Gelege der Motten und fressen deren Larven, ersticken die Entwicklung also im Keim.

Nur leider haben sie das entweder nie lückenlos und vollständig geschafft oder es sind immer wieder Motten von irgendwoher gekommen. Das ist gut möglich, da sie erstens ganz normal draußen herumfliegen und dementsprechend auch einfach von dort ins Haus kommen können, oder mensch sie eben durch entsprechende Lebensmittel einschleppt. Da wir durch das regelmäßige Containern teilweise große Mengen an trockenen Lebensmitteln bevorraten, sind die Einschleppmöglichkeiten vielfältig und der Anreiz, von außen reinzuschwirren, ist für die Tierchen mit dem phänomenalen Geruchssinn ebenfalls hoch.

Ich bekam mal den Tip, alle derartigen Lebensmittel kurz einzufrieren und anschließend luftdicht verpackt zu lagern. Nur leider ist das nicht durchhaltbar, wenn der Tiefkühlschrank schon voll mit anderem containerten Zeug und Hundemampf ist. Der Tip wurde nicht beherzigt und die Motten nahmen Überhand. Es wundert mich sehr, dass ich nicht ständig überall Gespinste finde, denn der Engländer ist dauernd auf Mottenjagd und erlegte in letzter Zeit wirklich viele von den Biestern.

Gestern bekamen wir nun endgültig die Motten bzw. verloren die Nerven. Das Ganze endete in einer Grundreinigung der zweieinhalb betroffenen Küchenschränke und einer vermutlich nicht ausreichend gründlichen Reinigung der restlichen Küche inkl. Entsorgung aller offenen oder nicht mehr luftdichten Verpackungen. Da gerade Sommer ist, sind die Containervorräte etwas zusammengeschrumpft, was die Gelegenheit günstig machte. Andererseits sind ständig Fenster und Türen offen, so dass weder Fallen noch Schlupfwespen eine Chance gegen die Motten haben, da die Fallen mehr Motten von draußen rein locken und die Schlupfwespen schnell den Weg in die Freiheit finden. Wir hoffen daher, vor allem erstmal die Quelle beseitigt und die offenstehenden Nahrungsressorcen entfernt zu haben, so dass die verbleibenden Motten sowie ihr Nachwuchs sich hier nicht mehr wohlfühlen werden.

So richtig glaube ich nicht an den Erfolg unserer Maßnahme, dafür hätten wir konsequenter und gründlicher sein müssen. Aber vielleicht ist das Problem jetzt so weit eingedämmt, dass es, wie früher, bei gelegentlichen, einzelnen Exemplaren bleibt und es nicht wieder zu einer solchen Plage wird.

6 Gedanken zu “Du kriegst die Motten…

  1. Tanja sagt:

    Huhu Lea,

    das klingt ja übel, mit den Motten. Die Dosen, die du von mir hast, also diese Lock & Lock Dosen sind absolut mottensicher, ebenso Gläser mit Schraub- und Bügelverschluss. Wenn die Motten bzw die Eier schon mit den Lebensmitteln eingeschleppt werden, kommen die geschlüpften Motten dann wenigstens nicht mehr aus dem Behältnis raus. Ich hatte vor Jahren schon bei Ebay regelmäßig Lock & Lock Dosen günstig ersteigert, da ich durch meine Hamsterei große Mengen an Trockenvorräten habe und Angst, alles wegwerfen zu müssen. Da ich neu hinzugekommenes immer gleich umfülle, gab es bei mir seither keinen Befall mehr. Weil ich so schusselig bin, verwende ich lieber Kunstoffdosen als Gläser, die mir oft runter fallen.

    Liebe Grüße

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    1. kommunikatz sagt:

      Hey 🙂 Gläser sollen auch insofern doof sein, als dass die Larven im Frühstadium durch die Gewinde der Schraubdeckel kriechen können, weil sie dann noch so winzig sind. Die Plastikdosen sind gut, aber da ich leider keine Möglichkeit mehr habe, Gefäße mit Brailleschrift zu beschriften, da all meine Geräte dafür nacheinander den Geist aufgegeben haben, bin ich mit dem Umfüllen von Sachen in ganz viele, identische Dosen etwas vorsichtig geworden. Ich finde dann nichts mehr wieder und muss ständig alle Dosen öffnen, um herauszufinden, was drin ist. Das bringt dann wenig. Die großen, weißen Hundefutterzusatzdosen mit Innendeckel sind wohl auch recht dicht, da kommen Mehl und Nudeln rein. Aber bei den meisten anderen Dingen bin ich eher für schnelles Aufbrauchen, zumal es meist ja eh bereits abgelaufene, gerettete Dinge sind. Vorratshaltung lasse ich, bis ich mir sicher bin, die Biester los zu sein. Was der Engländer an Vorräten anschleppt, ist schlimm genug.

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  2. Tanja sagt:

    Es ist richtig, dass die Larven sich durch das Gewinde quetschen können. Da sie aber stetig wachsen, kommen sie nicht mehr raus, so dass sie keinen weiteren Schaden anrichten können. In Bügelgläser sollen sie aber auf keinen Fall reinkommen. Ich hatte damals intensiv recherchiert und mich dann für Lock & Lock entschieden, weil sie nicht kaputt gehen, wenn sie runter fallen. Ich bin doch so schusselig. 🙂

    Das mit den Geräten ist echt doof.

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    1. kommunikatz sagt:

      Die Dosen selber gehen nicht kaputt, das stimmt, aber mir sind schon einige Deckel kaputtgegangen, wenn mir Dosen mit eingefrorenem Zeug runtergefallen sind. An den beweglichen Dingern, die mensch zum Verschließen runterklappt und einklickt, brechen sie dann gerne.

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