Ein Ring, sie zu knechten…

Nein, ich bin kein Herr der Ringe Fan. Ich habe als Kind in den 80ern das Hörspiel „Der kleine Hobbit“ gehört und irgendwann später auch den Herrn der Ringe, aber nie die Bücher gelesen oder die Filme gesehen. Der Ring, der mich hoffentlich im angenehmen, sportlichen Sinne knechten wird, ist meine neueste Errungenschaft und die Erfüllung eines lang gehegten Wunsches. Ich habe einen Hula Hoop Reifen geschenkt bekommen. Die liebe I. aus der erweiterten Nachbarschaft wollte ihn loswerden und hat ihn online inseriert, ich habe ihn heute Vormittag gegen eine Tafel weiße Mandelschokolade eingetauscht.

Als Kind hatte ich einen grünen Plastik-Hula-Hoop-Reifen, der schon lange in der Garage gelegen und irgendwann mal meiner Mutter gehört hatte. Ich machte mir einen Spaß daraus, Rekorde aufzustellen, indem ich ihn möglichst lange um Bauch und Hüfte kreisen ließ, ohne dass er herunterfiel. Ich glaube, meine Bestzeit lag weit über einer halben Stunde. Genauso toll fand ich es, ihn kreisend nach unten auf Höhe der Knie und wieder nach Oben zum Bauch wandern zu lassen, mich beim Reifenkreisen auf wackelige Untergründe zu stellen oder mir alle möglichen akrobatischen Kunststückchen auszudenken, die mit dem Reifen noch machbar waren. Das beste Kunststück involvierte eine Erfindung namens Brettseil: Das war ein vielleicht 15cm breiter und dicker, gute 3m langer Holzbalken, den ich zwischen dem Quadro-Klettergerüst und einer etwa gleich hohen Trittleiter platzierte, so dass ich in etwa einem Meter Höhe darauf balancieren konnte. Als Kind hatte ich einen phänomenalen Gleichgewichtssinn, den mir mit Mitte 20 die MS verhagelte und dem ich bis heute nachtrauere. Auf dem Brettseil stehend den Reifen um die Hüfte kreisen zu lassen, machte meiner Mutter Sorgen, mir hingegen einen Heidenspaß.

Seit einigen Monaten oder schon Jahren wollte ich gerne einen Hula Hoop Reifen haben und testen, was ich damit noch zustandebringe. Jetzt ist er mir ins Haus geschwirrt und ich stelle fest, ich kann es noch. Auf einen Balken stellen würde ich mich damit aus dem genannten Grund nicht mehr, aber mit festem Boden unter den Füßen geht es für ein paar Minuten super. Der Reifen ist sehr schwer und groß, stelle ich ihn neben mich, reicht er mir an der breitesten Stelle bis zur Hüfte. Er hat sowas wie Knubbel, die beim Kreisen den Bauch massieren. Zum Glück ist er mit weichem Moosgummi ummantelt, so dass es nur ein bisschen schmerzt. Ich hoffe, das lässt mit Zeit und Übung nach, wenn meine Bauchmuskeln sich auf die neue sportliche Betätigung einstellen. Sehr gesund soll die Reifenkreiserei ja sein und das tolle ist, dass ich dabei Podcasts hören kann.

Mein Ziel ist, ihn irgendwann für die Dauer einer ganzen Hoaxilla-Episode in Bewegung zu halten und nicht den Boden berühren zu lassen. Vielleicht nehme ich als Referenzwert eine alte Episode, die nur eine halbe Stunde dauerte – heute dauern die Episoden meist um eine Stunde 😉 Aber mensch kann sich ja steigern. Und meine Mutter hat schon gefragt, ob sie sich den Reifen mal ausleihen kann 🙂 Natürlich kann sie.

7 Gedanken zu “Ein Ring, sie zu knechten…

    1. kommunikatz sagt:

      Wobei ich das schon insofern relativieren muss, als dass ich das Kreisen hinkriege, ihn einigermaßen ohne Einsatz der Hände wieder fangen kann, wenn er zu langsam wird oder runterzuwandern droht, aber ihn um die Oberschenkel oder Knie kreisen zu lassen und dann sogar wieder nach oben zu befördern, brauche ich definitiv noch viel Übung. Vielleicht ist dieses Modell dafür auch echt zu schwer und zu klobig. Ich teste weiter, aber für heute bin ich erstmal durch damit 🙂 Auf jeden Fall ist meine Terrasse gerade groß genug, um keine Pflanzen per Reifen zu köpfen. Das ist gut, denn im Haus ist nirgends so viel freier Raum.

      Gefällt 1 Person

      1. kommunikatz sagt:

        Ich habe früh und viel geübt, das reißt es wahrscheinlich raus 😉 Aber mit 54kg bei 1,60m Körpergröße gehe ich wohl noch als Leichtgewicht durch, das stimmt. Inzwischen sind die Reifen ja echt teure Sportgeräte und ich habe tatsächlich keinerlei Ahnung, welche Größe und welches Gewicht für mich richtig wäre. Ich mache einfach das beste aus dem, was mir vor die Füße fällt.

        Gefällt 1 Person

  1. kommunikatz sagt:

    Hehe, Übung ist alles! Nachdem ich den Reifen gestern schmählich ignoriert habe, habe ich gerade eine gute halbe Stunde lang damit „gespielt“ – nicht am Stück, er ist natürlich ab und zu runtergefallen oder ich muste ihn mit den Händen fangen. Aber ich werde besser und es tut nicht mehr weh am Bauch. Muskelkater hatte ich eh zu keinem Zeitpunkt, aber so sehr habe ich mich bisher wohl auch nicht damit verausgabt. Auf jeden Fall war das eine super Anschaffung. Ich sollte diesen Feierabendsport als Ritual etablieren.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..