Fell – eine Zimmerreise

Ich halte mich nicht an das Alphabet, deshalb kommt meine erste F-Zimmerreise nach der mit G. Vielen Dank an Puzzleblume für die Einladung!

Es ist überall, das Fel. Kein Wunder, wir sind mitten im Fellwechsel. Die zeitweise schon recht frühlingshaften Temperaturen motivieren mein Plüschmonster, ihren Plüsch sehr intensiv loswerden zu wollen und überall zu verteilen.

Es handelt sich um feinsten, tiefschwarzen Labradorplüsch. Arzus Fell ist glatt, relativ kurz und sowohl mit einer wasser- und dreckabweisenden Fettschicht als auch mit äußerst effektiven Widerhaken ausgestattet. Sie ist ein Teflonhund, an ihr haftet kein Schmutz. Mit ihrer dicken Unterwolle und dem talgigen Deckhaar hat sie die perfekte Isolierung für Planschfreuden sogar bei Minusgraden. Aber die Widerhaken sorgen dafür, dass ihre Haare sich in jeden Stoff hineinbohren, um sich untrennbar damit zu verbinden. Der Tefloneffekt ist einseitig – sobald das Fell nicht mehr am Hund hängt, wird es zur Plage – zumindest sagen das alle möglichen Quellen, ich empfinde es gar nicht als so schlimm.

Meine Klamotten sind ohnehin mehrheitlich schwarz, so dass die Hundehaare darauf nicht weiter auffallen, und staubsaugen müssen wir auch unabhängig von den Hundehaaren oft, weil meine Mitbewohnerin eine Hausstauballergie hat. Aber sie saugt auch, bevor sie duscht, damit ihr bloß kein Hundehaar an den nackten Füßen klebt. Mir kleben Hundehaare überall und mich stört das herzlich wenig, aber das sieht wohl Jede*r anders.

Die Decke auf dem Hundebett und meine eigene Bettwäsche könnte ich momentan alle paar Tage wechseln, wenn ich dazu nicht zu faul wäre und die viele Wäsche scheuen würde. Das mit der Wäsche ist eh so eine Sache, denn immer, wenn ich Textilien mit vielen Hundehaaren wasche und ein Teil der Hundehaare in der Waschmaschine bleibt, muss ich danach mindestens eine weitere Maschinenladung ohne Hundehaare vollkriegen, damit die Maschine wieder sauber wird. Sonst hat meine Mitbewohnerin die Haare in ihrer Wäsche und ich habe ihr, nachdem sie einmal gar nicht begeistert darüber war, versprochen, dass das nicht mehr vorkommt… Da die neue Waschmaschine eine 9kg Wäsche fassende Riesentrommel hat, dauert es aber immer ewig, bis ich so viel Wäsche zusammen habe, dass ich direkt nach den Hundesachen gleich noch eine Maschine mit anderem Zeug waschen kann. Das erfordert Planung und Geduld. Gut, dass der Fellwechsel in dieser extremen Form dann doch nur jedes halbe Jahr stattfindet, obwohl es ja nicht ganz zu Unrecht heißt, dass Labrador Retriever nur einmal im Jahr ihr Fell verlieren – und zwar 12 Monate lang 🙂

Wenn ich Arzu kämme, tue ich das bevorzugt auf der Terrasse und werfe den ausgekämmten Flausch in den Garten. Momentan können genug Vögel und kleine Tiere weiches Polstermaterial für Nester sehr gut gebrauchen, da kommt besonders hochwertiger Hochglanz-Satin vom schwarz-silbernen Samt-und-Seiden-Labbi ganz besonders gut an. Das Fell geht auf die Reise und wird vom Wind, den Vögeln und anderen Tieren mitgenommen. Wer weiß, wo es überall landet und wer sich alles daran erfreut?

19 Gedanken zu “Fell – eine Zimmerreise

  1. puzzleblume sagt:

    Diese Art von Haar kommt mir sehr bekannt vor. gerade die Unterwolle ist auch bei Bongo reichhaltig und offenbar in unbegrenzten Mengen nachwachsend. Das haarige Problem in der Waschmaschine lässt sich höchstens mit feinmaschigen Wäschenetzen eindämmen, und selbst dann … Ich hoffe, deine Mitbewohnerin ist in der Hinsicht geduldig.

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    1. kommunikatz sagt:

      Das hoffe ich auch. Ich hätte ohnehin nicht gedacht, dass eine Person, die selbst mal einen Hund hatte, so ein Problem mit ein paar Haaren haben könnte, aber ihre Hundezeit ist sehr lange her, scheinbar ist sie im Umgang mit Flausch etwas aus der Übung 😉

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      1. kommunikatz sagt:

        Dann bist Du ja mit allen Sabberwassern gewaschen 🙂 Ich kannte mal Leute, die hatten 3 (sic!) Neufundländer. Die rannten ständig mit Handtüchern hinter ihren Hunden her, weil laufend alles vollgesabbert wurde. Zum Glück hat Akiro, der halbe Neufundländer meines Ex-Partners, in dieser Hinsicht mehr Schäferhundgene abbekommen und sabbert überhaupt nicht.

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  2. pflanzwas sagt:

    Teflonhund, haha. Schöne Geschichte. Ich wohnte mal in einer WG + zwei Katzen. Frag mich nicht nach Katzenhaaren, besonders diesen leichten, die durch die Luft fliegen und dann auf dem Tisch landen 😉 Ich habe das Gefühl, solange man mit den Tieren zusammenlebt, stört es einen kaum, aber wenn man mal aus dem haarigen Zoo ausgezogen ist, nerven diese Haare tierisch. Waschmaschine, huaaa!! Da ich zur Zeit tierlos bin, kann ich mich entspannt über deinen haarigen Mitbewohner amüsieren 🙂 Haare hin oder her, ist es doch schöner mit Tier.

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    1. kommunikatz sagt:

      Ja, mit Tier(en) ist das Leben definitiv besser 🙂 Diese Art von Katzenhaaren kenne ich auch sehr gut, damit bin ich aufgewachsen – habe mich erst mit über 30 zum Hundemenschen entwickelt, vorher waren Katzen meine Welt – und ich liebe sie immernoch, nur jetzt halt nicht mehr ausschließlich 🙂 Vermutlich ist es mit Tieren ein Stück weit wie mit Kindern. Die Eigenen finden die Leute ja selten richtig eklig oder schlimm, aber wenn die Bindung weniger eng ist, kann das ganz anders aussehen. Was ich sehr empfehlen kann: Ein Tier (egal ob Hund oder Katze) mit glattem, feinem Fell, und eines (am besten Hund weil dickere Haare) mit langem, krausem Fell. Dann werden die glatten, feinen Haare von den langen, welligen eingefangen und zusammengeknäuelt – macht sie deutlich einfacher handlebar als wenn sie locker-leicht einzeln überall herumfliegen.

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      1. pflanzwas sagt:

        Hahaha, daß ist ja eine gelungene „Verkaufsstrategie“ 🙂 Locken und glatte Haare. Oder es muß eine megastarke Fusselrolle her, am Besten eine, an der dann auch der Hund bzw. die Katze klebt 😉

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      2. kommunikatz sagt:

        Hehe 🙂 gibt es Langhaarmäuse? Klingt in etwa so absurd wie Rauhhaarkaninchen, Angoraigel… 🙂 Aber wer weiß, welche Blüten die Zucht so treibt? Oder eine Mäuseart aus einer kalten Gegend, so eine Neufundländermaus.

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      3. kommunikatz sagt:

        Absolut. Die Zucht von Rassetieren bringt so viel Leid und Irrsinn hervor, dass ich mich gerade gar nicht für ein Beispiel aus den 20 Widerlichkeiten entscheiden kann, die mir schon innerhalb von Sekundenbruchteilen einfallen…

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