Männerbund in orange – eine extraetüde (5 Begriffe in maximal 500 Wörtern)

Zur bisher dreiteiligen Vorgeschichte gehts hier, hier und hier.

Der Alarm aus den Lautsprechern verstummte. Dana schaute Harald zweifelnd an. „Dir hat er bestimmt was anderes ins PS geschrieben als mir.“ „Was stand denn bei dir?“ „Ich soll ihn anrufen, ganz offenes Baggern.“ „Das macht er gerne, er versuchts bei Jeder“, warf die Betriebsrätin ein. „Dann hätten wir das ja geklärt.“ Dana überlegte, ob sie amüsiert oder erschüttert sein sollte. „Nee, bei mir wars tatsächlich was Anderes“ meinte Harald. „Bi ist er dann also nicht.“ stellte die Betriebsrätin trocken fest. „Aber jetzt sag endlich, was er bei dir geschrieben hat!“ insistierte Dana. „Also, das war deutlich schräger als sein Gebagger. Dafür ist er ja bekannt. Er schrieb, ich soll aufpassen, wenn ich orange Stoffe backe.“ „Was?“ fragten Dana und die Betriebsrätin wie aus einem Mund. „Komisch, oder? Deshalb war ich ja so durcheinander.“

„Der Typ spinnt, kann das sein? Bei mir stand auch noch, dass er meine weichmütige Art mag. Habt ihr sowas schonmal gehört?“ „Nee, klingt seltsam. Der hat ne weiche Birne“, Harald runzelte die Stirn. „Aber was könnte er mit den orangen Stoffen gemeint haben? Arbeitest du gerade mit irgendwas Orangefarbenem?“ „Ja, der Stoff, den ich erhitzt habe und der dann plötzlich verpuffte, hat diese Farbe. Aber eigentlich ist das ein Zeug, mit dem sowas normalerweise nicht passieren kann. Er hatte also Recht, dass ich damit hätte aufpassen müssen, aber das ergab für mich überhaupt keinen Sinn.“ „Hast du den Stoff vielleicht verwechselt?“ „Nein, die Farbe ist eindeutig und außerdem sind die Behälter ja beschriftet.“ „Oder ob der Chef ihn absichtlich ausgetauscht hat?“ „Warum sollte er?“ „Keine Ahnung, vielleicht will er dir schaden.“

„An welchem Laborplatz warst du?“ Dana kam ein Gedanke. „Nummer 7“, sagte Harald. „Krass, da arbeite ich oft. Das hätte genauso gut mich erwischen können.“ „Und dich hat er nicht gewarnt. Vielleicht wollte er eigentlich dich treffen.“ „Aber warum? Was ist das denn für ein bescheuerter Krimi?“ Die Betriebsrätin wiegte den Kopf. „Krimi trifft es. Vielleicht war Harald wirklich nur ein Zufallsopfer, das Chris sogar zu verhindern versuchte, indem er ihn warnte. Wenn er wirklich an den vorbereiteten Versuchsmaterialien herummanipuliert hat, muss er jemanden als Ziel im Auge gehabt haben, und wenn Dana an diesem Laborplatz eingeplant war, könnte es ein Anschlag gegen sie gewesen sein.“

„Wenn er mich gleichzeitig angräbt?“ „Vielleicht wollte er sich als großer Tröster aufspielen und es ist nur versehentlich an seinem Homeoffice-Tag passiert.“ „Oder er will mich loswerden. Aber das könnte er einfacher haben, ich bin noch in der Probezeit.“ „Tja, ich fürchte, wir müssen die Sache einfach im Auge behalten. Auf die Schnelle lässt sich das wohl nicht klären. Ich gehe jetzt erstmal mit der Feuerwehr reden“, sagte die Betriebsrätin und lief dem Löschzug entgegen, der gerade in den Parkplatz einbog.

Als Dana abends nach Hause kam, flatterte ihr aus dem Briefkasten ein Umschlag entgegen. Darin steckte ein orangerZettel, der die vertraute Handschrift ihrer Ex-Affäre von der Uni trug: „Ich hoffe, es hat dir deine hübschen Locken abgeflämmt!“ Hatten sich jetzt etwa alle gegen sie verbündet?

Diese Woche gab es einen 5. Sonntag im Monat Januar. Christiane von „irgendwas ist immer“ lädt daher zu Extraetüden ein, mit fünf aus sechs Begriffen der beiden Januar-Spenden und dem erweiterten Umfang von 500 Wörtern. Die Wörter im Januar spendeten Ludwig Zeidler und Ulrike von „Blaupause7„. Sie lauteten: „Zetermordio“, „weichmütig“, „backen“, „Lautsprecher“, „orange“ und „erschüttern“.

9 Gedanken zu “Männerbund in orange – eine extraetüde (5 Begriffe in maximal 500 Wörtern)

    1. kommunikatz sagt:

      Danke 😉 Ich wollte gar nicht tief in die Chemie einsteigen, deshalb hatte ich auch von Anfang an Zweifel an dieser Story. Habe halt echt Null Ahnung davon. Aber ich wollte Dir eh noch fürs mitdenken danken, das Brainstorming beim gestrigen Spaziergang war echt hilfreich und ohne Dich wäre mir definitiv nicht so schnell eine Fortsetzung der Geschichte eingefallen. Also, vielen Dank nochmal dafür!

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