Lecker – eine abc.etüde (3 Begriffe in maximal 300 Wörtern)

Lena Hauser saß auf ihrem Schreibtischstuhl und streckte das linke Bein in die Luft. Das war nicht ihre neue Abendgymnastik. Ihre Hündin Robyn hatte unter dem Stuhl bloß einen Klecks heruntergetropftes Eis entdeckt, den sie als gewissenhafte Reinigungskraft natürlich sofort entfernen musste. Lena hatte auf die Schnelle nur ein paar Zentimeter zur Seite rollen und ihr Bein heben können, damit Robyn in ihrer engelhaft zuverlässigen Art ungehindert zur Tat schreiten konnte.

Knabubbel, das ist echt unbequem!“ erklärte Lena der hingebungsvoll schleckenden Robyn in sehr verständnisvollem Tonfall. „Wenn du fertig bist, hätte ich eine Idee“. Robyn hob den kopf und schaute Lena mit treuem Blick und wedelnder Rute an, ohne sich jedoch vom Fleck zu bewegen und Lena eine Befreiung aus ihrer misslichen Sitzposition zu ermöglichen. „Lecker?“ Robyns Schwanzwedelfrequenz verdreifachte sich schlagartig. „Lecker!“ Robyns Augen wurden tellergroß und sie rammte Lena übermütig ihre dicke, schwarze Nase in den Schritt. „LECKER!“ Lena war inzwischen leicht genervt. „Schnabbeltier, geh doch mal woanders hin! Komm, wir gehen mal in der Küche gucken.“ Das verstand Robyn. In der Küche gucken gehen war die Konkretisierung von Lecker und Robyn setzte sich hüpfend in Richtung Küche in Bewegung.

Lena senkte vorsichtig ihr Bein und verharrte einen Moment in normaler Sitzhaltung, um Muskeln und Sehnen wieder zu sortieren. Dann folgte sie ihrer erwartungsvollen Vierbeinerin zum Küchenschrank, in dem die Leckerchendose vergraben war. Während sie Schrank und Dose öffnete, unter weiterem Lecker-Gebrabbel etwas Mampfbares herausholte und in Robyns beeindruckend bezahntes Schnäuzchen steckte, fragte sich Lena, wer hier eigentlich wen erfolgreicher konditioniert hatte.

 

Das ist die ungefähr storyförmige, aber trotzdem nicht wirklich sinnvollere abc.etüde zur aktuellen Runde über meine beiden momentanen Lieblingsprotagonistinnen 🙂 Auch dafür musste ich nicht viel Nachdenken sondern nur aufschreiben, was hier so abgeht.
Die aktuelle Schreibeinladung der lieben Christiane findet Ihr hier. Die darin ausgelobten und von Etüdenerfinder Ludwig Zeidler gespendeten Wörter lauten „Idee“, „engelhaft“ und „vergraben“.

 

31 Gedanken zu “Lecker – eine abc.etüde (3 Begriffe in maximal 300 Wörtern)

    1. kommunikatz sagt:

      Hmm, ich weiß nicht genau, ob ich schon raus bin oder ob das nur mein Umgang damit ist, dass ich noch nicht wirklich rauskomme – Galgenhumor und so. Aber doch, besser wird es schon, allein weil die Wartezeit auf die definitiv kommenden Besserungen und Entwirrungen sich ja immer weiter verkürzt.

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      1. kommunikatz sagt:

        Ging bzw. geht mir genauso, aber vor wenigen Wochen stellte es sich bei mir wiederholt automatisch auf den neuen Editor um, zeitgleich kam wieder eine Mail von WordPress, dass mensch doch jetzt bitte endlich diesen verwenden solle. Daraus habe ich geschlossen, dass sie den klassischen Editor jetzt doch schon abgestellt haben. Aber wenn er bei Dir noch geht, muss ich da wohl auch nochmal rumprobieren. Danke für den Hinweis!

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      2. Myriade sagt:

        Wp admin dann Beiträge dann erstellen und dort kann man klassischer editor wählen.
        Ich finde dieses Blocksystem unpraktisch, aber schwierig ist er im Grunde nicht. Wobei ich nicht weiß, welche besondere Herausforderung vielleicht für dich dabei ist

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      3. kommunikatz sagt:

        Yep, ist nervig. Zum Glück gibt es in der komischen Blockstruktur den sog. Classic Block, innerhalb dessen dann alles einigermaßen so funktioniert wie im klassischen Editor. Aber es ist hakelig und wenn es noch immer die Möglichkeit gibt, auf den alten Editor umzuschalten, mache ich das sofort, sobald ich dazu komme.

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  1. Christiane sagt:

    Das mit der Konditionierung frage ich mich auch jedes Mal, wenn ich genötigt werde, dem Tiger meines Herzens anderes Fressen oder ein Katzenleckerli zu spendieren: Wer manipuliert hier eigentlich wen? Wobei ich nicht wirklich eine Antwort bekommen möchte, glaube ich 😁
    Sehr vergnügte Grüße
    Christiane 😁😺☕🥐👍

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    1. kommunikatz sagt:

      Och, ich habe mich schon lange damit abgefunden, dass mein Monsterchen und ich uns je nach Lebensbereich gegenseitig in der Hand bzw. Pfote haben 🙂 So ist das eben, wenn Mensch und Hund auf sprichwörtlicher Augenhöhe miteinander umgehen 🙂 Konditionierung spielt da kaum noch eine bewusste Rolle, aber unterschwellig ist ja bekanntlich alles Konditionierung. Sich ein bisschen zu beobachten und zu erkennen, wenn etwas in die falsche Richtung läuft, reicht mir da vollkommen, bin ja ansonsten gerne konditioniert 🙂

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    1. kommunikatz sagt:

      Das freut mich 🙂 Ich habe beim Schreiben von sowas auch immer viel Spaß, aber ich frage mich dann auch oft, ob der angenehm fließende Unsinn – so schön gesagt“ – nicht doch etwas zu seicht und ohne echte Ereignisse dahinplätschert. Lehrbuchmäßige Geschichten haben jedenfalls mehr Spannung – oft ja sogar einen entsprechenden Bogen 🙂

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      1. Olpo Olponator sagt:

        Ohne echte Ereignisse stimmt ja nicht, denn sonst würde sich im Kopf jener, die Gefallen finden an einem bestimmten Text, ja nix ereignen 😉 … Wer häufig ernsthaft ist im Denken oder eine anstrengende Tätigkeit ausübt, auch körperlich anstrengende, braucht auch mal etwas plattes zum Entspannen. Aber selbstkritisch zu bleiben, ist allemal die bessere Variante als das Gegenteil, schätze ich … 😉

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      2. kommunikatz sagt:

        Ja, eben, auch wenn ich es mit der Selbstkritik angeblich zu oft übertreibe, aber ohne geht es meiner Meinung nach gar nicht. Und das mit der Entspannung durch Quatsch stimt total. Jetzt versteh ich auch, warum ich momentan so gerne diese Art von angenehm fließendem Unsinn schreibe. Es ist einfach die einzige bei mir funktionierende Entspannungsmethode.

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      3. Olpo Olponator sagt:

        Na bestens … durch Schreiben zu neuen Selbsterkenntnissen, nicht bloß Ufern … 😉
        Und ja: ‚übertriebene‘ Selbstkritik finde ich nur dann schlecht, wenn man dann garnix veröffentlicht, egal wo, weil einem selbst die Texte zuu flach vorkommen. Humor, auch schwarzen, darf es auch in seichteren Handlungen geben, meine ich – mein 2. Werk, das ich selbst lieber als ‚Büchel‘ denn als Buch bezeichnen möchte, kommt gut an bei jenen, die wenig Zeit zum Lesen haben oder bald müde werden, weil die Tage lang sind – darauf habe ich spekuliert und wenn ich jemandem Freude damit mache…
        Wenn man keinen ‚Ruf‘ zu verlieren hat oder sich profilieren will um jeden Preis (der die meisten ‚Autoren‘ dann heillos überfordert *kicher*) – wieso denn nicht ?

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      4. kommunikatz sagt:

        Das wäre natürlich total klasse, wenn Du das tun könntest! Gedruckte Sachen muss ich einscannen, um sie lesen zu können. Wenn etwas gleich in Datenform vorliegt, erspart mir das somit einen ziemlich umständlichen Zwischenschritt. Aber die Leseproben muss ich mir auch noch zu Gemüte führen, das stimmt.
        Danke 🙂

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      5. Olpo Olponator sagt:

        Ja. So hab ich mir das in etwa vorgestellt, daß es sein könnte. Tolle Sache, die Bildschirme – ein neuer Aspekt, an den ich noch nicht dachte…
        Leseprobieren mußt du nicht,wenn du nicht möchtest – ich hab’s eben abgesendet. Wenn’s dir nicht gefällt, schmeiß es in den Mistkübel. Du darfst es auch weiterschicken, falls es ein/e ähnlich Betroffene/r lesen möchte … 😉

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      6. kommunikatz sagt:

        Vielen Dank,ich werde baldigst reinlesen 🙂 Was meinst Du wegen Bildschirmen? Zum Thema, wie ich lese und selbst mit Text arbeite empfehle ich meinen kürzlich erschienenen Dia(b)log-Beitrag über meine Hilfsmittel.
        schönen Abend Dir!

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