Ayurveda Teil VI: Der Selbstversuch dümpelt dahin

Falls sich schon jemand gefragt hat: Ja, meine Feldforschung geht weiter, aber es gibt nicht viel Neues. Stand der Dinge ist, dass ich wegen der immunmodulierenden Wirkung der Aswagandha-Tabletten noch immer auf ein statement meines Neurologen warte, dass ich seit ein paar Wochen Eisen und Vitamin D substituiere, da ich bei Beidem laut Blutbild einen leichten Mangel hatte und dass ich den fermentierten Jeerakadyarishta-Trunk brav zwei Wochen lang jeweils nach Frühstück und Abendessen eingenommen habe, bis er alle war. Das Kreuzkümmelgebräu schmeckte nicht schlecht – ein bisschen wie ein Kräuterschnaps, allerdings nur mit etwa 10% Alkohol. Eigentlich wird dieses Mittel in den Beschreibungen, die ich online fand, vor allem für Frauen nach einer Geburt gegen Wochenbettdepressionen empfohlen. Meine Heilpraktikerin sagte aber, es gehe um generelle Wirkungen auf den Körper, vor allem im Hinblick auf Stimung, Schlaf und Verdauung.

Um Ernährung, Verdauung und das maßgeblich dadurch beeinflusste Wohlbefinden geht es im Ayurveda ohnehin fast immer, daher auch die vielen Ernährungsregeln. Auch an diese halte ich mich weiterhin weitgehend, also kein Brot, keine harte, trockene sondern überwiegend feuchte und vor allem warme Nahrung, keine kalten und stark kohlensäurehaltigen Getränke. Viel weiter ins Detail habe ich mir die Regeln nicht gemerkt, da ich auf Fleisch und andere Tierprodukte ja eh fast vollständig verzichte und die Feinheiten darüber hinaus schon echt kompliziert werden.

In größerem Stil verändert hat sich allerdings – wer hätte es gedacht? – eigentlich nichts. Ich habe das Gefühl, in letzter Zeit etwas mehr Appetit zu haben. Die Heilpraktikerin würde das garantiert als riesigen Erfolg werten, da nach Ayurveda-Gesichtspunkten, wie gesagt, die Verdauung ein sehr wichtiger Indikator für die allgemeine Verfassung ist. Mehr Appetit ist super, weil ich so vielleicht endlich mal ein bisschen zunehme. Allerdings scheint mein Körpergewicht von meiner Nahrungsaufnahme völlig abgekoppelt zu sein. Egal, wie viel ich fresse, ich wiege mal 47, mal 49, aber immer unter 50 Kilo, was ich noch immer grenzwertig wenig finde. Aber das ist ja auch nicht mein Kernproblem sondern nur ein Nebenkriegsschauplatz und daher hier egal.

An meinem Schlaf hat sich durch die ayurvedischen Interventionen, wie aufmerksame Leser*innen dieses Blogs schon dem letzten Post entnehmen konnten, aber wirklich rein gar nichts getan. Meine Stimmung ist durch alles Mögliche beeinflusst, vorneweg durch meinen Schlaf, aber eben nicht durch Choornam oder Jeerakadyarishta. Ich würde gerne ausprobieren, ob Aswagandha meinen Schlaf verbessern kann, allerdings steht da eben noch eine Stellungname meines Neurologen aus. Ihm habe ich alle mir vorliegenden Informationen und Studien zu dem Mittel aus der Schlafbeere per e-Mail geschickt und ihn gebeten, sich bis zu unserem nächsten Termin dazu eine Meinung zu bilden. Der Termin ist aber erst in knappen vier Wochen, Erkenntnisse hierzu lassen also noch etwas auf sich warten.

Das Einzige, was ich in den letzten Tagen als vermutlich hilfreich ausgemacht habe, ist Johanniskraut. Ich hatte schon seit einer Weile fast jeden Abend vor dem Schlafengehen eine kleine Kanne sog. Gute-Nacht-tee getrunken. Bisher schien mir das aber wenig zu bringen, außer, dass der Tee gut schmeckte und etwas Warmes vor dem Schlafen angenehm entspannend wirkt. Ich hatte mich schon, seit ich ihn kaufte, darüber gewundert, dass diese Mischung diverser beruhigender und schlaffördernder Kräuter kein Johanniskraut enthielt. Da ich auch dessen Wirkung testen wollte, hatte ich mir in meiner Kräuterdrogerie gleich zusätzlich eine kleine Tüte reinen Johanniskrauttee gekauft. Diesen mische ich nun seit ein paar Tagen unter den inzwischen kleinen Rest des ursprünglichen Tees und muss sagen, dass ich zumindest jetzt sehr gut einschlafe.

Allerdings war auch nie das Einschlafen mein primäres Problem sondern das Durchschlafen. Einschlafen kann ich meistens gut genug – Cannabis tut eben seine Wirkung. Sobald ich allerdings nachts einmal wach bin, schlafe ich anschließend nicht wieder ein. Und wach werde ich irgendwann zwangsläufig durch ein Geräusch oder eine Bewegung meines Partners oder der Hunde, eine*r von uns muss pinkeln oder was halt sonst nachts so los ist. Und um 1, 3 oder 5 Uhr nachts drehe ich mir weder einen Joint oder stopfe mir eine Pfeife noch koche ich mir Johanniskrauttee, weil Aufstehen und jede Aktivität mich dann nur noch wacher machen und noch schwerer wieder einschlafen lassen. Meist liege ich dann also wach, bis um 7:30 Uhr mein Wecker klingelt.

Der Neuigkeitswert dieses Beitrags beschränkt sich also darauf, dass die einzigen positiven Effekte nach wie vor die klassische Kräutermedizin und weniger das Ayurveda verzeichnet. Manche Fragen bleiben offen und die zur Klärung beitragenden Termine sowohl bei meinem Neurologen als auch bei der Heilpraktikerin habe ich erst Ende November. Bis dahin wird es also voraussichtlich keinen Beitrag zur Ayurveda-Reihe mehr geben.

Hier geht es zurück zu Teil V.

Und hier findet Ihr den nächsten Teil.

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