Sounds for Climate – Musik und Party für den Hambacher Wald und gegen die Klimazerstörung

Am Samstag, dem 14.09.2019 findet zum ersten Mal das „Sounds for Climate“-Festival im Tuchwerk Soers – fast in Hörweite des Hambi – statt. Von 12 bis 22 Uhr soll mit guter Musik, veganem Essen, einem Upcycling-Workshop und weiteren Programmpunkten mit Freude und Kreativität auf die schönen Seiten eines nachhaltigen Lebens aufmerksam gemacht werden.

Arne Siwitza, im Orga-Team für Technik und Bands zuständig, hatte früh eine klare Vorstellung vom ersten Klimafestival Aachens: „Wir wollten rebellische Gigs gegen die Zerstörung unserer Lebensgrundlage organisieren“. Das hat funktioniert: Hauptacts sind Bodo Wartke und die Band Final Virus, außerdem treten das Gerd Schinkel Trio, die MUFAB Circle Singers mit Viola Kramer“, Klaus der Geiger & Marius Peters und The Bloodstrings auf. Verschiedene Organisationen und Initiativen der Klimagerechtigkeitsbewegung wie Extinction Rebellion, die Bürgerenergiegenossenschaft Energiegewinner oder Aachen Unverpackt sind mit Infoständen vertreten. Das vegane Catering übernehmen die Coffee-Bee, der Lola Paroli Foodtruck, Pfannenzauber und die Aktionsküche Nordeifel.

Schon während der Vorbereitung war die Resonanz gigantisch. So viele Künstlerinnen und Künstler wollten dabei sein, dass die Organisator*innen einigen sogar wieder absagen mussten. Ganz besonders freut sich die Gruppe über den Auftritt von Bodo Wartke, der letztes Jahr sein berühmtes Lied über den Hambacher Wald geschrieben hat, das er hoffentlich auch spielen wird.

Ziel des Festivals ist vor allem, die Klimagerechtigkeitsbewegung und ihre Erfolge einfach mal zu feiern. Rüdiger Haude vom Orga-Team nennt das „seelische Nachhaltigkeit“: „Bei Sounds for Climate tankt die Klimabewegung Energie und Motivation, denn unser Kampf gegen die Klimakiller à la RWE braucht einen langen Atem. Die Nachrichten rund um die Klima-Thematik sind überwiegend bedrückend und jedem noch so engagierten Menschen kann bei Alledem schonmal der Mut vergehen. Die Untätigkeit der Politik frustriert Viele zusätzlich. Die politische Auseinandersetzung soll nun mit Fröhlichkeit und Tanzen verknüpft werden.

Das bunte Angebot will aber auch ein Bewusstsein für die aktuelle Situation schaffen, indem es Menschen zum Nachdenken anregt, die vielleicht einfach nur kommen, um die eine oder andere Band zu sehen. Auch die Erkenntnis, dass veganes Essen sehr lecker sein kann, ist vielleicht für Manche neu. Sozialarbeiterin Vera Kirch vom Orga-Team sagt: „Ich finde es besonders wichtig, den Leuten zu vermitteln, dass nachhaltiges Handeln weniger mit Verzicht und Arbeit zutun hat, als mit Selbstwirksamkeit und Spaß.“ Beim Upcycling-Workshop ist daher Jede*r eingeladen, in geselliger Runde etwas Altem einen ganz neuen Wert zu geben. Wenn zum Schluss sogar noch ein paar Spenden für die Klimagerechtigkeitsbewegung zusammenkommen, würde das die Freude nochmal vergrößern.

Organisiert wird das Festival vom „Hambi Support Aachen“, der im letzten Sommer die Verteidigung des Hambacher Waldes aktiv und erfolgreich unterstützt hat. Die künstlerisch und kulturell außerordentlich gut aufgestellte Aachener Gruppe konnte schon eine große Vielfalt von Aktionen umsetzen, von einer Baumbesetzung auf dem Weihnachtsmarkt bis hin zum Kinotrailer „May the Forst be with you“, der in vielen Kinos bundesweit zu sehen war.

Im letzten Jahr, vor allem rund um die höchst umstrittene Räumung im Spätsommer 2018, war der Hambacher Wald in aller Munde. In diesem Jahr ist es ruhiger um die bedrohte Region geworden. Die Klima- und Naturzerstörung durch RWE und seine Tagebaue schreitet jedoch weiter voran und das Thema bleibt hochaktuell. Der Konzern verfeuert nach wie vor den CO2-intensivsten Brennstoff schlechthin, die Braunkohle, um daraus Strom zu gewinnen. Jahrhunderte alte Dörfer werden noch immer für diese ewig gestrige Technologie umgesiedelt, obwohl an ihren Standorten wegen des unvermeidlich anstehenden Kohleausstiegs nie Kohle abgebaut werden darf. Der Restwald trocknet aus, weil RWE noch immer Grundwasser abpumpt und den Bäumen so nicht nur ihre Lebensgrundlage sondern auch ihre Stabilität entzieht – ein auf allen Ebenen zerstörerisches Geschäft. Gegen all diese Machenschaften und Entwicklungen stellt sich „Sounds for Climate“ mit konstruktiven und kreativen Mitteln.

14.09.2019
„Sounds for Climate“
12-22 Uhr, Tuchwerk Soers
facebook.com/soundsforclimate

2 Gedanken zu “Sounds for Climate – Musik und Party für den Hambacher Wald und gegen die Klimazerstörung

  1. kommunikatz sagt:

    Hachja, mit lieben Menschen feiern, Motivation und Energie tanken, positiv an das frustrierende Thema der Klimazerstörung herangehen, wie gerne ich das tun würde… Aber ich werde mit den Hunden zu Hause sitzen und wahrscheinlich nicht einmal den geplanten Livestream des Festivals verfolgen können. Schade. Zur Orga beitragen und um alles Mögliche kümmern muss ich (mich) trotzdem. Dabei habe ich gerade erst wieder am 1.9. beim Aachener Friedenspreis gemerkt, wie schön und bestärkend es sein kann, Teil eines funktionierenden Teams und eines perfekt ineinandergreifenden Ablaufs zu sein.

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