Frischer Wind in alten Mauern: Das Welthaus Aachen stellt sich neu auf

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Geschäftsführerin Lea Heuser mit Blindenführhündin Arzu vor der Treppe im Foyer des Welthauses, Foto: Robert Heuser

Das Aachener Welthaus an der Schanz startet durch: Mit neuer Geschäftsführung, neuen Mitgliedern und neu gewähltem Vorstand weht frischer Wind und positive Energie durch die Räume der ehemaligen Gehörlosenschule.

Auf ihrer Jahreshauptversammlung am 09.04.19 wählten die Mitglieder des Welthaus Aachen e.V. einstimmig Maryam Aliakbari vom Eine Welt Forum, Ulrich Bierwisch vom VCD, Waltraud Bruckisch vom Tauschring Öcher Talente, Birgitta Hollmann vom Ökologie-Zentrum, Johanna Siekmann von Greenpeace und Sri Tunruang von den Öcher Frönnden in den Welthaus-Vorstand. Neue Geschäftsführerin des Vereins ist Lea Heuser, die dem Welthaus u.a. durch den Aachener Friedenspreis e.V. verbunden ist. Als neue Mitglieder wurden das Aachener Netzwerk für humanitäre Hilfe und interkulturelle Friedensarbeit e.V. und die DFG-VK (Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen) Städteregion Aachen aufgenommen.

Die Mitglieder und Nutzergruppen des Welthauses setzen sich für Soziales, Nachhaltigkeit, Frieden, Umwelt- und Entwicklungspolitik ein. Außerdem gibt es Beratungs- und Selbsthilfe-Angebote für Menschen mit Migrationshintergrund oder Behinderung. „Das Welthaus ist mit seiner Vielfalt an Gruppen und Themen wirklich ein Querschnitt der ganzen Welt: Von der kleinen, lokalen Initiative bis zu Ortsgruppen großer NGOs wie Attac, Greenpeace oder dem BUND ist alles vertreten“, begeistert sich Geschäftsführerin Lea Heuser. So kann nicht nur jede einzelne Gruppe bestmöglich ihre eigenen Ziele verfolgen – durch die Arbeit unter einem Dach sind ideale Voraussetzungen für Vernetzung gegeben.

Auf Lea Heusers persönlicher Agenda stehen ganz oben die Bereiche Nachhaltigkeit und Inklusion. „Viele Welthaus-Gruppen arbeiten seit Jahrzehnten intensiv zum Thema Nachhaltigkeit. Es wird Zeit, dass auch das Welthaus selbst endlich nachhaltiger wird“. Heuser appelliert daher an die Stadt Aachen, von der der Welthaus Aachen e.V. das energetisch unsanierte Gebäude aus den 1950er Jahren mietet: „Investieren sie in die Energieeffizienz des Welthauses, es wird sich rechnen und das Klima wird es ihnen danken!“

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Auch das zweite Steckenpferd der 38jährigen, die Inklusion von Menschen mit Behinderung, steht und fällt im Welthaus mit dem Gutdünken der Stadt. Das Gebäude hat als frühere Schule für gehörlose Menschen zwar einen historischen Bezug zum Thema Sinnesbehinderung, aber bauliche Barrierefreiheit ist in denkbar weiter Ferne. Um auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen zugänglich zu sein, müsste das denkmalgeschützte Haus mit einem Aufzug ausgestattet werden. „2010 erhielt das Erdgeschoss in Eigenarbeit einen barrierefreien Zugang und eine rollstuhlgerechte Toilette“, erzählt Heuser, die selbst blind ist. Einen Aufzug einbauen kann und darf der Verein aber nicht, das fällt in die Zuständigkeit der Stadt Aachen als Vermieterin.

Der Welthaus Aachen e.V. betreibt das selbstverwaltete Haus. Er bietet seinen Mitglieds- und Mietergruppen günstige Büros, Infrastruktur und Räume für Veranstaltungenn und Treffen. Knapp 30 Organisationen sind Mitglieder oder mieten ein Büro im Welthaus. Zahllose Weitere nutzen regelmäßig die Aula, das Café Mundo oder den Welthaus-Garten.

Hinter der wichtigen Arbeit seiner Mitgliedsgruppen wird der Welthaus Aachen e.V. aber oft übersehen. Lea Heuser möchte die unverzichtbare Rolle des Trägervereins als Verwalter und Organisator im Hintergrund sichtbar machen. „Eine Spende an den Welthaus Aachen e.V. kommt als Unterstützung für das Haus allen Nutzerinnen und Nutzern gleichermaßen zu Gute“, erklärt sie. Die Daten des Spendenkontos finden Interessierte auf der Webseite www.welthaus-aachen.de.

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Ein Gedanke zu “Frischer Wind in alten Mauern: Das Welthaus Aachen stellt sich neu auf

  1. kommunikatz sagt:

    Gestern erschien in der Aachener Zeitung ein ausführliches Interview mit mir. Leider gehören die Wochenendinterviews online immer zu den Bezahlinhalten, weil die Leute aus Sicht des Zeitungsverlags verständlicherweise die Papierausgabe der Zeitung kaufen sollen, aber der Vollständigkeit halber verlinke ich es hier natürlich trotzdem:
    https://www.aachener-zeitung.de/lokales/aachen/geschaeftsfuehrerin-des-welthauses-aachen-lea-heuser-im-interview_aid-39160411

    Gefällt mir

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