Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus

Es ist mir schon lange nicht mehr passiert, dass ich mich auf ein neues Jahr gefreut habe. Meistens nervt mich das zuendegehende Jahr viel zu sehr und ich erwarte, dass es genauso nervig weitergeht, oder die Perspektiven für das kommende Jahr sind viel zu unspektakulär oder ungeplant, als dass es Gründe zur Vorfreude gäbe. Der Wechsel von 2018 auf 2019 ist eindeutig eine Ausnahme, denn Vieles wird absehbar besser werden und die Perspektiven sind sehr konkret.

Vermutlich wird das neue Jahr nicht ereignisreicher als das zur Neige gehende. Wie sollte das auch übertroffen werden? Ein Haus zu kaufen, zu modernisieren, umzubauen und zu renovieren, wird in meinem Leben sicherlich relativ einzigartig bleiben. Wir leben seit über einem halben Jahr auf einer Baustelle und haben erst seit ein paar Wochen wieder ein richtiges Schlafzimmer, wenn auch eins mit Loch in der Wand, weil der Tür zur Loggia noch das Glas fehlt und die Loggia eigentlich schon längst ein vollverglaster Wintergarten sein sollte. Die offene Stelle ist mit Planen und einer Matratze zugestopft – anders wäre es bei den aktuell zumindest nächtlichen Minusgraden auch kaum auszuhalten.

Dass ich mich auf 2019 freue, hat viel damit zu tun, dass die Baustelle sich innerhalb dieses kommenden Jahres hoffentlich ihrem Ende nähern wird und dass wir irgendwann in einem richtig gemütlichen, gut gedämmten und energieeffizienten Haus mit einem wunderschönen Garten, tollen Nachbar*innen und einer herrlichen Umgebung wohnen werden. Wir können dann beginnen, die Früchte unserer Arbeit und Entbehrungen zu genießen und all das zu nutzen, was wir jetzt gerade aufbauen und schön machen oder von anderen Menschen gegen Geld schön machen lassen. Das wird gut und wenn ich mich darauf nicht freuen würde, wäre ich schon längst mehr als gaga.

Auf den Jahreswechsel freue ich mich aber auch noch aus einem ganz anderen, viel klarer datierbaren Grund. Ab dem 01.01.19 werde ich nur noch teilzeitselbstständig sein – oder andersherum ausgedrückt: Ich werde ein sozialversicherungspflichtiges Angestelltenverhältnis im Umfang einer halben Stelle antreten und einen Job machen, bei dem ich viele großartige Menschen dabei unterstützen darf, an wichtigen und weltbewegenden Themen zu arbeiten. Details möchte ich noch nicht verraten, aber der Arbeitsvertrag ist unterschrieben und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Ich werde einen kurzen und richtig schönen Arbeitsweg haben, den ich nicht üben muss, weil ich ihn bereits gut kenne, inkl. Freilaufgelegenheit für meine Hündin und Erholungsfaktor für mich selbst. Und wenn ich, was hoffentlich seltener wird, körperlich einmal nicht fit genug bin oder wenn das Wetter so ungemütlich ist, dass ich mir die 20 Minuten Fußweg nicht antun will, fährt sogar ein Bus beinahe von Haustür zu Haustür. Besser geht es nicht.

Ich werde ein regelmäßiges und verlässliches Einkommen haben, was enorm beruhigend ist, wenn die Bank monatlich ihre Raten der Hausfinanzierung einfordert. Mein Netzwerk und Wirkungskreis, deren Tragkraft und Größe mich auch jetzt schon selbst bisweilen beeindrucken, werden sich weiter ausdehnen und festigen. Und zusätzlich zeichnen sich ganz unabhängig davon auch spannende und motivierende Perspektiven für meine freiberufliche Tätigkeit ab, die ich, wie gesagt, ganz sicher nicht an den Nagel hängen werde.

Vielleicht werde ich in der Anfangszeit weniger zum bloggen kommen, vielleicht wird mich das alles sowieso mehr in Atem halten, als ich jetzt absehen kann. Sicher wird es auch viele Momente und situationen geben, in denen Dinge nicht funktionieren und in denen ich frustriert und demotiviert meine Einschränkungen oder meine gefühlte Inkompetenz verfluche. Ich werde hin und wieder an Aufgaben und Herausforderungen verzweifeln, wie es eben immer so ist, wenn mensch etwas Neues beginnt und sich dafür Fähigkeiten, Strategien und Routinen aneignen muss. Aber sogar auf diese vermeintlichen Tief- und Rückschläge freue ich mich, weil ich aus ihnen sehr viel lernen kann. Ich werde daran wachsen, mir durch die mir übertragene Verantwortung und damit verbundene Erfolgserlebnisse irgendwann auch mehr zutrauen und schlichtweg auf voller Linie davon profitieren. Wenn ich das dann auch noch so tun kann, dass mein Arbeitgeber ebenfalls langfristig etwas davon hat, bin ich vollauf zufrieden, denn es handelt sich dabei um eine wirklich unterstützenswerte Institution.

11 Gedanken zu “Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus

  1. Sunnybee sagt:

    Liebe Lea, WOW, das hört sich in tiefer Weise vielversprechend an. Wie schön! 🙂 Ich freue mich übrigens, dass du seit einiger Zeit in meinem Blog https://mutter-und-sohn.blog mitliest und ich somit offensichtlich gerade auch ein (kleiner) Teil deines „Netzwerkes und Wirkungskreises“ zu sein scheine! Was du schreibst, interessiert mich umgekehrt auch – ich bleibe dir als Leserin gern gewogen! 🙂 Ganz herzlichen Gruß, Sarah (auf meinem Blog „Sunnybee“)

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    1. kommunikatz sagt:

      Hallo Sarah,
      dafür sind doch Blogparaden da 🙂 so ergeben sich neue Verbindungen und
      Inspirationen, quer durch Themen, Lebensentwürfe und Interessen. Ich
      meinte im Beitrag vor allem mein Netzwerk aus Menschen, die ich hier vor
      Ort kenne und mit denen ich irgendwie verknüpft bin, aber natürlich
      geh̦rt auch ein so zu sagen virtuelles Netzwerk dazu Рund gerade das
      ist bei mir noch ausbaufähig, da ich Facebook boykottiere und für
      Twitter irgendwie zu dusselig oder zu blind bin.
      liebe Grüße
      Lea

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