Kohlekommission in Bergheim: Braunkohleausstieg jetzt umsetzen und endlich sozial verträglich gestalten

Am 24.10.18 besucht die Kohlekommission der Bundesregierung das Rheinische Braunkohlerevier. Anlässlich dieses wichtigen Ortstermins werden auch Stimmen aus der lokalen Protestbewegung laut. „Menschen und ihre Schicksale dürfen nicht weiter gegeneinander ausgespielt werden“, so ein Vertreter des breiten Bündnisses aus Privatpersonen, Klima- und Umweltschutzgruppen, das in den letzten Wochen in Aachen immer wieder zu Demonstrationen aufgerufen hat.

„Mitarbeiter*innen, Anwohner*innen und Aktivist*innen müssen endlich in den Dialog treten und sich gemeinsam gegen die Strukturen stellen, die seit Jahrzehnten versuchen, sie zu Feinden zu machen“. Rheinbraun/RWE hatte, so der Bündnisvertreter, erschreckend lange freie Hand, rücksichts- und respektlos mit Menschen und ihren Lebensentwürfen umzugehen. „Berufskarrieren, Existenzen, Heimat … all das war und ist noch immer der Gewinnmaximierung untergeordnet und im Weg“. Mit diesem menschen- und lebensfeindlichen Verhalten des Stromriesen müsse endlich Schluss sein.

Durch die Hartnäckigkeit und Kreativität junger Menschen und den anknüpfenden, breiten Protest der Bevölkerung gerät der gewissenlose Großkonzern aktuell mehr und mehr in die Defensive. Das Bündnis stellt daher die Frage, ob es seitens des Unternehmens nicht angemessen sei, die Menschen endlich zusammen zu bringen und mit demütigen Maßnahmen der Welt mitzuteilen:

„Ja, wir als Konzern haben verstanden. Im Angesicht des gesellschaftlichen Schadens, den wir über Jahrzehnte in unserer Region angerichtet haben, sind wir nun bereit, endlich über Strukturwandel, neue Arbeitsplätze und -felder UND über Umweltschutz zu reden. Es gibt Lösungen, die all diese Bereiche umfassen und alle Menschen einbeziehen. Wir sind bereit, der Landschaft endlich den nötigen Respekt zu zollen statt stur jede Tonne Braunkohle dem Boden zu entreißen!“

Es ist an der Zeit für RWE, ihren Kurs zu überdenken und neu auszurichten. Die viel beschworene „Versorgungssicherheit“ durch die Kohleverstromung konnte nicht einmal vor Gericht ausreichend nachgewiesen werden. Mit Erneuerbaren Energien, Speichertechnik und dezentraler Energieversorgung kann diese Versorgungssicherheit besser und deutlich nachhaltiger erreicht werden.

Das Protestbündnis fordert daher nicht nur einen sofortigen Beginn des Ausstiegs aus einer rückwärtsgewandten Energietechnik und den Ausbau Erneuerbarer Energien inklusive politischer Anreize für Forschung, Bau und Investitionen in Neuanlagen. Vor allem fordert das Bündnis den Konzern RWE unmissverständlich auf, endlich die Obhutspflicht für seine Mitarbeiter*innen ernst zu nehmen und sofort und umfänglich sozial verträgliche Lösungen für die gesamte Region anzubieten. „Die Zeit ist reif: There are no jobs on a dead planet!“ (Es gibt keine Arbeitsplätze auf einem toten Planeten), schließt der Bündnisvertreter mit dem Zitat eines Protestbanners.

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