Globaler Aktionstag „Rise for Climate“: Kohle stoppen in Aachen und der Region!

Am 07.09.18, dem globalen Aktionstag „Rise for Climate“, wird auch in Aachen demonstriert. Die Initiative Fossil Free Aachen veranstaltet am Freitag ab 10 Uhr am Geldbrunnen in der Aachener Innenstadt einen Info- und Proteststand. Die Gruppe will über die regionalen und globalen Auswirkungen des Braunkohleabbaus informieren und die Bevölkerung für die sich sowohl weltweit als auch vor Ort immer mehr zuspitzende Situation sensibilisieren.

In den Flyern der Gruppe heißt es: „In Deutschland – und vor allem in unserer Aachener Region – ist die Verbrennung von Braunkohle das drückendste Problem. Der größte Emittent des Treibhausgases CO2 in Europa ist das rheinische Braunkohlerevier, direkt vor unserer Haustür. Hier verdient der Energiekonzern RWE viel Geld mit der Verbrennung des schmutzigsten fossilen Brennstoffs, den es weltweit überhaupt gibt. Zusätzlich zur Klimaschädigung ist die Braunkohlewirtschaft mit der Zerstörung riesiger Landschaftsflächen, der Zwangsumsiedlung und Zerstörung ganzer Dörfer und dem Ausstoß von Giftstoffen wie Quecksilber, Uran, Feinstaub behaftet – ein Irrsinn, dem keinerlei Notwendigkeit gegenübersteht. Die Stromversorgung Deutschlands würde heute sehr gut ohne Braunkohle funktionieren und es droht auch keine Massenentlassung von
RWE-Beschäftigten. Allein durch die Ausbremsung der Energiewende ist seit 2010 übrigens ein vielfaches der Arbeitsplätze zerstört worden, welche die Braunkohle insgesamt noch bietet.“

Fossil Free Aachen Sprecherin Lea Heuser erklärt: „RWE versucht gerade, mit Unterstützung der Landesregierung und der Polizei im Tagebau Hambach Tatsachen zu schaffen“. Die Besetzung des Hambacher Waldes werde durch Razzien und Polizeiaktionen ihrer Infrastruktur beraubt und die Waldschützer*innen seien zunehmender Repression und Kriminalisierung ausgesetzt. Derweil führe der menschengemachte Treibhauseffekt zu immer mehr Katastrophen und der Deutsche Kohleausstieg rücke durch die Verhandlungen der Kohlekommission endlich in greifbare Nähe. „Niemand versteht, wieso RWE ausgerechnet jetzt weiter den Rest des absolut schützenswerten Waldes roden will, wenn vielleicht in den nächsten Wochen aus Berlin das Signal kommt, dass bald gar keine Kohle mehr gefördert werden darf“.

Die Initiative hat aber nicht nur Flyer und klare Botschaften im Gepäck: Blickfang und prominentester Unterstützer der Aktion ist der verschwINDEMANN, ein knapp zwei Meter hoher Nachbau des Aussichtsturms Indemann am Tagebau Inden. Der originale Indemann ist ein 36 Meter hoher Stahlgitterturm in Form eines stilisierten Menschen auf einer Abraumhalde in der Gemeinde Inden, Kreis Düren. Der verschwINDEMANN ist jedoch nur auf den ersten Blick eine originalgetreue Miniversion des Stahlkolosses. Mit abwehrend erhobener Hand bedeutet er dem Braunkohletagebau von RWE, sofort von hier zu verschwinden. „Das über Jahrmillionen im Boden gespeicherte CO2 in kürzester Zeit durch die Verbrennung fossiler Energieträger in die Atmosphäre zu blasen, ist eine der Hauptursachen des Klimawandels“ erläutert Heuser. „Ein Konzern, der mit der Zerstörung unserer Lebensgrundlage Profit macht, hat weder hier noch sonst irgendwo etwas zu suchen – deshalb sagen wir ‚Verschwinde, RWE!'“.

Der Aktionstag „Rise for Climate“ wurdeweltweit von der Klimaschutzorganisation 350.org ausgerufen. Tausende Menschen auf fünf Kontinenten machen mit kreativen Aktionen im Rahmen der Kampagne Rise for Climate auf die wachsenden Auswirkungen des Klimawandels aufmerksam und fordern ein Ende des fossilen Zeitalters. „Gerade erst haben wir durch die Hitzewelle einen Vorgeschmack von dem bekommen, was uns in den nächsten Jahren zunehmend erwarten wird. Wir müssen sofort aufhören, Treibhausgase zu emittieren, und selbst dann kann sich die Erderwärmung erst in Jahrzehnten wirklich abbremsen“, schildert Heuser den alarmierenden Stand der Dinge.

In ganz Deutschland gibt es dezentrale Aktionen, die ein Ende von Kohle, Öl und Gas fordern. Die Essener Bevölkerung gibt dem Kohlekonzern RWE symbolisch die Aktien der Stadt zurück und verleiht so ihrer Forderung nach dem Verkauf der städtischen RWE-Anteile Nachdruck. Der Bürgermeister Thomas Kufen und RWE Vorstandschef Schmitz sind zu der Aktion eingeladen und können dort Stellung beziehen. In Berlin rückt ein NGO-Bündnis mit einer Großprojektion und weiteren Aktionen „brennende Landschaften“ wie den jüngsten Waldbrand in Fichtenwalde/Brandenburg in den Fokus. Die Aktiven fordern von der Bundespolitik u.a. einen Subventionsstopp für fossile Brennstoffe, Divestment von 600.000 Bundespensionen und ein Klimaschutzgesetz für eine Bürger-Energiewende mit 100% Erneuerbaren. In Stade gehen Hunderte Menschen gegen das örtliche Kohlekraftwerk auf die Straße und fordern den schnellen landesweiten Kohleausstieg ein. Weitere Aktionen finden in Köln, Münster, Paderborn, Mainz, Eisenach, Karlsruhe, Frankfurt und Erlangen statt.

Auch viele unmittelbar vom Klimawandel und den Machenschaften der Kohle-, Öl- und Gasindustrie betroffene Menschen nehmen am Aktionstag teil: Pazifische Inselbewohner*innen fordern ihre lokalen Institutionen auf, auf 100% erneuerbare Energien umzusteigen; in Thailand sind Demonstrationen um den UN-Klimagipfel in Bangkok geplant; in Afrika treffen sich lokale Entscheidungsträger*innen, um den Übergang zu einer sozial gerechten und fairen Energieversorgung zu beschleunigen.

die Gruppe Fossil Free Aachen war bis vor Kurzem unter dem Namen Divest Aachen aktiv. Der Schwerpunkt lag darauf, die Städteregion Aachen und andere lokale Akteur*innen vom Divestment, also einem Abzug aller Investitionen aus den fossilen Energien zu überzeugen. In Bezug auf die städteregion ist dies teilweise gelungen: Der Städteregionstag beschloss auf Antrag der Grünen im Haushalt 2018, ca. ein Drittel ihrer RWE-Aktien abzustoßen.

Ab Freitag bzw. Samstag sind Fotos der Aktionen online verfügbar:
Aktionsbilder des „Rise for Climate“ von Fossil Free Aachen

Deutschlandweite Aktionsbilder des „Rise for Climate“ von 350.org

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