Verkehrspolitik in Aachen – absurdes Theater

Die Journalistin Laura Laermann hat Arzu und mich letzthin einen Nachmittag lang durch Aachen begleitet. Daraus entstand ein kurzes aber aussagekräftiges Video, das nun online ist.

Ich habe mich immer schon gewundert, wieso es ausgerechnet an den unübersichtlichsten und gefährlichsten Stellen wie der Schanz, der Junkerstraße oder dem Boxgraben keine Ampeln mit akustischem oder taktilem Signal gibt. Nun weiß ich es: Die Stadt hat bisher ganz gezielt genau diese Orte _nicht_ mit solchen Systemen ausgestattet, weil es ihr schlicht zu kompliziert war. Sorry, aber was geht ab? Mir sind diese Kreuzungen und Straßenübergänge auch zu kompliziert, aber wenn ich da vorbei muss, muss ich da vorbei. Nur, weil die Stadt sich vor Herausforderungen drückt, müssen Menschen wie ich entweder akute Lebensgefahr in Kauf nehmen oder zeitaufwändige Umwege machen, nur, um nicht plattgefahren zu werden.

Und da, wo es keine Ampelanlagen gibt, wie z.B. an der kleinen Stichstraße mit dem Ghostbike, hätte die Stadt auch diverse Möglichkeiten, Gefahrensituationen zu entschärfen. Werbetafeln nicht genau in die Sichtachse der Autofahrer*innen stellen, Parkmöglichkeiten in eben dieser Sichtachse einschränken, vielleicht sogar die ganze Stichstraße für Autos sperren – na, liebe Verkehrspolitiker*innen? Ein Mensch auf dem Fahrrad hat dort schon sein Leben verloren. Mein Partner hat dort, wie unzählige andere Radfahrer*innen, schon einen beinahe-Unfall (üb)erlebt, ich habe dort schon unzählige Male ewig auf eine für mich ausreichend sichere Situation gewartet, die einspurige Ministraße zu überqueren. Da könnte mensch doch mal was machen.

2 Gedanken zu “Verkehrspolitik in Aachen – absurdes Theater

  1. kommunikatz sagt:

    Seit Anfang 2020 gibt es an der Schanz übrigens endlich Signalampeln. Und zwar sowohl an der oberen als auch an der unteren Kreuzung, also auch für mich auf meinem Weg zum Welthaus oder zum Bahnhaltepunkt Schanz aus beiden möglichen Richtungen echt eine Erleichterung. Danke, liebe Stadt Aachen! Geht doch 🙂 Es gibt aber noch immer sehr viele höchst verbesserungswürdige Verkehrssituationen, wo Signalampeln definitiv eine Hilfe wären. Und seit ich durchs Welthaus in engem Kontakt zum ADFC stehe, fallen mir auch immer mehr für Radfahrende völlig bescheuert gelöste Verkehrssituationen auf, bzw. solche, die sowohl für blinde Menschen als auch für Menschen auf dem Fahrrad gleichermaßen problematisch sind.

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