FoundCAT: Viel mehr als ein intelligentes Übersetzungswerkzeug

Nun ist die Katze aus dem Sack: Das Open Source Softwareprojekt FoundCAT wird ausgewildert und ist online für jeden Menschen nutzbar. Der ganzen Welt steht ein neues, freies und offenes Übersetzungstool mit Mehrwert zur Verfügung.

Der Name kommt nicht von Ungefähr: CAT steht für Computer-aided Translation, computerunterstützte Übersetzung. FoundCAT bündelt verschiedene Übersetzungswerkzeuge wie DeepL oder MyMemory, deren Ergebnisse die Nutzer*innen als Grundlage ihrer eigenen Übersetzungen verwenden können. Mit Hilfe der CAT-Tools können die Übersetzer*innen sich zudem gegenseitig Feedback geben. Mehrere Menschen können gleichzeitig online am selben Dokument arbeiten und so auch ihre jeweiligen Übersetzungen gegenseitig ergänzen und verbessern. Jedes Textsegment kann kommentiert und auf der Plattform diskutiert werden, zudem verfügt FoundCAT über ein Forum. Die Kombination diverser CAT-Tools mit der Übersetzungstätigkeit echter Menschen macht FoundCAT einzigartig.

Jede*r Interessierte ist eingeladen, sich ab sofort auf der Internetseite https://bluecloud.academy/ anzumelden und direkt einzusteigen. Copyrightfreie oder Creative-Commons-lizensierte Texte können hochgeladen und dann gemeinsam auf dem Server übersetzt werden. Dabei können durch die Mitwirkung von immer mehr Menschen sehr gute Übersetzungen entstehen – und wer noch keine perfekten Übersetzungen hinbekommt, lernt viel aus den Vorschlägen der CAT-Tools oder den Korrekturen anderer Übersetzer*innen. Bisher gibt es nur die Sprachkombination Deutsch-Englisch in beiden Übersetzungsrichtungen, geplant sind aber alle denkbaren Sprachkombinationen.

Alles steht und fällt mit der Beteiligung möglichst vieler Menschen, die ihre Sprachkompetenz teilen. Aber nicht nur die in FoundCAT entstehenden Übersetzungen sind offen und crowdsourced. FoundCAT ist unter der GNU Affero General Public License AGPLv3 lizensiert. Dementsprechend kann jede*r Interessierte den Sourcecode einsehen und daran mitarbeiten. Dem FoundCAT-Team ist dies sehr wichtig – jeder Mensch soll sich und seine Ideen einbringen können. Dadurch wird nicht nur die Software kontinuierlich besser sondern es ist für die Beteiligten vor allem eine Frage von Freiheit im Sinne der Freie-Software-Bewegung. Geplant ist aber auch ein sogenanntes Freemium-Modell, bei dem kommerzielle Kundinnen und Kunden urheberrechtsgeschützte Texte übersetzen lassen können. Durch diese Trennung zwischen kostenfreiem und kostenpflichtigem Bereich soll das Projekt langfristig Einnahmen machen und sich selbst tragen.

Das Projekt begann vor einem knappen Jahr an der FH Aachen University of Applied Sciences. Es entstand als Lernwerkzeug und wurde als solches aus Mitteln der Fellowships für Innovationen in der digitalen Hochschullehre des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW und des Stifterverbandes gefördert. Studierende, die eine Fremdsprache lernen, können durch gemeinsames Übersetzen, gegenseitige Korrekturen und Feedback der Software ihre Sprachkompetenz verbessern. Jede*r kann Fehler oder diskussionswürdige Punkte in den Übersetzungen Anderer hervoheben und einer bestimmten Fehlerkategorie zuordnen, um den Lernprozess zu unterstützen.

Sowohl für professionelle Übersetzer*innen als auch für Lernende ist FoundCAT eine geeignete und bereichernde Plattform. Das Team ruft daher alle Sprachbegeisterten dazu auf, das Angebot auszuprobieren und sich aktiv zu beteiligen.

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