And now for something completely different: Ein nachhaltiges Blutgefäß

MeLuna

Jedes Mal, wenn ich meine Tage habe, freue ich mich. Nicht, dass ich so sehr auf Unterleibsschmerzen stehe oder dass ich Blutflecken sonderlich dekorativ finde. Ich freue mich, weil ich durch meine Monatshygiene im Vergleich zu den meisten Frauen und auch im Vergleich zu mir selbst bis vor ein paar Jahren, unglaublich wenig Müll produziere. Keine Unmengen von Binden oder Tampons wandern allmonatlich in einen Mülleimer oder landen irgendwo in der Natur. Alles, was ich brauche, ist etwas Wasser oder im Zweifelsfall mein eigener Urin. Außerdem kann ich während meiner Tage alles machen, wonach mir der Sinn steht, ob schwimmen, nackt auf einer Wiese liegen oder fernab von jeder verfügbaren Toilette durch die Natur streifen.

Vor einigen Jahren habe ich durch eine Freundin diese wirklich geniale Erfindung entdeckt, die mir seitdem das Leben mit meinem Zyklus erleichtert. Das Ding, über das ich hier schreibe, nennt sich Menstruationstasse. Es ist ein kleiner, rundlicher Becher aus weichem Material, den frau zusammendrückt und wie einen Tampon in ihre Vagina einführt. Innen entfaltet er sich zu seiner Becherform und fängt das Menstruationsblut auf. Am unteren Ende haben die meisten Modelle eine Art Griff, also einen Knubbel, Ring oder Stiel, an dem frau sie leicht herausziehen und ausleeren kann. Nach einer kurzen Reinigung unter fließendem Wasser oder dem eigenen Urinstrahl kann das Becherchen dann direkt wieder eingeführt werden. Außer dem Blut selbst gibt es keinerlei Abfallprodukte. Je nach Material und persönlichem Hygieneempfinden lässt sich eine Menstruationstasse viele Jahre lang verwenden. Zwischen den Perioden desinfiziert frau die Menstruationstasse mit kochendem Wasser – mehr braucht es nicht.

Es gibt inzwischen eine ganze Reihe verschiedener Hersteller und Modelle. Manche sind aus Silikon oder anderen Kunststoffen, andere aus Latex oder Kautschuk. Formen und Größen variieren ebenfalls, so dass jede Frau eine für ihre Anatomie passende Version finden kann. Sogar in verschiedenen Farben und designs werden sie angeboten. Ich persönlich verwende eine farblose MeLuna, weil sie meines Wissens eine der günstigsten Menstruationstassen ist. Eine MeLuna kostet ungefähr so viel wie ein Kasten Bier. Bedenkt mensch, wie lange so ein Ding hält, ist der Preis aber eigentlich kein Kriterium. Wenn ich über mindestens fünf Jahre hinweg keine weiteren Monatshygieneprodukte kaufen muss, komme ich in jedem Fall verdammt preiswert davon.

Natürlich müssen auch Menstruationstassen mit einem gewissen Energie- und Ressourceneinsatz hergestellt werden. Dabei sind sie aber schon allein wegen der viel geringeren Stückzahl um ein immens großes Vielfaches nachhaltiger als all das Zeug aus gepresster Watte, das, einmal eingesaut, sofort auf den Müll fliegt.

Ich möchte hier keine Werbung für ein bestimmtes Produkt machen. Aber ich werbe definitiv für das Konzept. Nachhaltigkeit sollte in allen Lebensbereichen der oberste Leitsatz sein, und im Leben jeder Frau ist die Monatshygiene ein Faktor, an dem sich Nachhaltigkeit sehr einfach messen lässt. Wenn Ihr einen Zyklus mit Monatsblutungen habt und die Idee einer Menstruationstasse für Euch neu ist, denkt also auf jeden Fall mal darüber nach, so ein Ding auszuprobieren. Die Handhabung ist nach kurzer Zeit ein Kinderspiel, Ihr tut eine Menge für die Umwelt und nebenbei lernt Ihr Euren Körper viel besser kennen.

 

Und hier die Übersetzung von FoundCAT:

A sustainable blood vessel

Every time I have my period, I’m happy. Not that I like abdominal pain so much or that I find bloodstains particularly decorative. I am happy because my monthly hygiene means that I produce incredibly little waste compared to most women and also compared to myself until a few years ago. No masses of bandage or tampons wander every month into a garbage can or end up somewhere in the environment. All I need is some water or, in case of doubt, my own urine. In addition, during my period I can do everything that makes sense to me, whether swimming, lying naked in a meadow or wandering through nature far away from any available toilet.

A few years ago, I discovered this really ingenious invention through a friend of mine, which has made life easier for me with my cycle ever since. This thing I’m writing about is called a menstrual cup. It is a small roundish cup made of soft material, which is pressed together by a woman and inserted into her vagina like a tampon. Inside, it unfolds into its cup shape and catches the menstrual blood. At the lower end, most models have a kind of handle, i. e. a knob, ring or handle, on which the woman can easily pull them out and empty them. After briefly cleaning under running water or with your own urine stream, the cup can then be re-inserted directly. There are no waste products other than the blood itself. Depending on the material and personal sense of hygiene, a menstrual cup can be used for many years. Between periods, women disinfect the menstrual cup with boiling water and that’s all they need.

There are now quite a number of different manufacturers and models. Some are made of silicone or other plastics, others of latex or rubber. Shapes and sizes also vary, so that every woman can find a suitable version for her anatomy. They are even offered in different colours and designs. Personally, I use a colorless MeLuna because it is, to my knowledge, one of the cheapest menstrual cups. Consider how long such a thing lasts, but the price is not really a criterion. If I don’t have to buy any more monthly hygiene products for at least five years, I’ll definitely be saving money.

Of course, menstrual cups must also be produced with a certain amount of energy and resources. But they are much more sustainable than compressed cotton wool, which ends up in the rubbish anyway.

I don’t want to advertise a particular product here. But I’m definitely promoting the concept. Sustainability should be the guiding principle in all areas of life, and monthly hygiene is a factor in every woman’s life that makes sustainability very easy to measure. If you have a menstrual cycle and the idea of a menstrual cup is new to you, think about trying it anyway. After a short time the handling is child’s play, you do a lot for the environment and besides you get to know your body much better.

 

4 Gedanken zu “And now for something completely different: Ein nachhaltiges Blutgefäß

  1. Alexandra sagt:

    freu freu freu….. ja ich fand das toll, dass du damals so offen auf dies ding zugegangen bist. die meißten haben sich ja gleich geekelt. ich hab sie auch immer noch. winke winke von der freundin, die immer noch deine freundin ist 🙂

    Gefällt 1 Person

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