Hafen

Dieses Gedicht habe ich Anfang März 2016 auf dem Boot geschrieben. Ich freue mich schon darauf, bald wieder quasi alleine im Hafen zu sein, weil die ganzen Schönwetterbootsleute im Winter dort einfach nicht rumhängen.

 

 

Hafen

 

in einer Kiste
aus  Stahl, Holz und Seilen
auf gluckernden Wellen
mit Bäumen und Plastik

 

ein Hund ohne Kopf
am Grund liegen Bälle
und Buchstaben treiben
in unsere Hände

 

verschwommene Luft
Chemiefabrikabfall
ans Ufer gerudert
im seltsamen Winter

 

ohne zu zweifeln
in fallenden Tropfen
und steigenden Blasen
die giftigen Dämpfe

 

es gibt heißen Tee
zurück in der Kiste
lebendige Hunde
gequälte Gitarren

 

in Deiner Höhle
in Decken und Kissen
mit Nebel und Rotwein
verschenkt sich mein Körper

 

vielleicht Illusion
denn Dir zu gehören
und Dich zu begehren
sind sehr große Worte

 

doch hier im Hafen
gilt nur die Hafenzeit
denkt nur der Wassergeist
lebt nur, was fließen kann

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