Das Los der Protokollantin

Irgendwie hat sich herumgesprochen, dass ich schnell schreiben, Dinge auf den Punkt bringen und Diskussionsergebnisse nachvollziehbar zusammenfassen kann. Deshalb und weil ich immer zu schnell „hier!“ schreie, bin ich auf vielen Sitzungen, an denen ich in unterschiedlichen Kontexten und Funktionen teilnehme, für das Protokoll zuständig. Ich sitze dann da mit meinem Laptop, tippe die wesentlichen Ergebnisse und Beschlüsse mit, hin und wieder auch mal eine inhaltliche Debatte, wenn diese fürs Verständnis wichtig ist. Manchmal lösche ich ganze Passagen wieder oder dampfe sie nachträglich kurz auf eine Kernaussage ein. Fast immer sind meine Protokolle fertig, wenn die Sitzung endet. Ja, ich habe einfach eine Menge Übung und bin multitaskingfähig genug, gleichzeitig mitzuschreiben und mitzudiskutieren.

 

Protokollieren macht mir keinen Stress – vor allem, wenn die Arbeit sich quasi auf die Zeit der Sitzungen beschränkt und ich nicht hinterher noch viel nacharbeiten und herumformulieren muss. Eigentlich macht es mir sogar Spaß, weil es oft dazu führt, dass ich mir die Inhalte der Sitzungen besser merke oder die Diskussionsverläufe besser in Erinnerung behalte. Wenn mensch etwas aufgeschrieben und in eigene Worte umgesetzt hat, ist es viel nachhaltiger im Gedächtnis abgespeichert, als wenn mensch es nur hört.

 

Einen Nachteil hat das Ganze allerdings: Ich lese meine eigenen Protokolle nach den Sitzungen meist nicht noch einmal durch. Wenn eine andere Person protokolliert, lese ich das Protokoll und erinnere mich an Aufgaben, die ich übernommen habe. Wenn ich selbst meine eigenen to-dos ins Protokoll schreibe und das Protokoll dann nicht mehr lese, vergesse ich aber, sie in meine to-do-Liste zu übertragen. Entsprechend bleiben Dinge liegen und ich sitze beim nächsten Treffen mit dem jeweiligen Team verschämt über meinem Laptop , tippe vor mich hin und ärgere mich über meine Unorganisiertheit 😉

 

In dem Sinne, dass Selbsterkenntnis bekanntlich der erste Schritt zur Besserung ist, sollte es aber ein Leichtes sein, auch meine eigenen Protokolle hinterher zumindest nochmal auf to-dos querzulesen… Ich gelobe Besserung!

 

PS: Die meisten Aufgaben, die ich übernehme, bleiben nicht liegen, weil ich eigentlich kein so schlechtes Gedächtnis habe. Dass ich meine Protokolle oft nicht mehr lese, stimmt allerdings. Dummerweise gilt das aber genauso für die to-do-Liste 😉

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